Das vergessene Steinkreuz. (Kreuz im Großen Bruch)
Das vergessene Steinkreuz.
Neulich, am späten Nachmittag, war ich mit Emma spazieren. Zur Abwechslung ging’s mal nicht über die Promenade zur Hundewiese, sondern gen Osten zum Großen Bruch am Wellbach. Welche Ruhe, welch friedliches Bild . Der kleine See, entstanden aus einem Riesentrichter, verursacht durch eine Luftmine, die damals den Viadukt treffen und zerstören sollte, bietet nun idealen Lebensraum für Graureiher und Kanadagänse. Es ist ein märchenhafter Augenblick. Doch wir müssen uns beeilen, es fängt schon an zu dunkeln. Plötzlich …was ist mit Emma los?
Zielsicher saust sie in ein dichtes Gebüsch, sie fängt an wild zu scharren und gibt quielende Laute von sich. Ich rufe, ich schimpfe, Emma hört nicht.
Schließlich stampfe ich hinterher. Nichts Besonderes ist zu sehen. Energisch nehme ich sie an die Leine und zerre sie weg. Und dann, ja träume ich?
Ich bilde mir ein, ein leises Weinen gehört zu haben. Mir wird das unheimlich, und ich mache mich schleunigst auf den Heimweg.
Zuhause schaute ich einmal ins Internet und las, daß der idyllische Wellbachbruch Naturschutzgebiet ist. Und als ich so ein bißchen weiter herumsurfte, erfuhr ich zu meinem Erstaunen, daß es irgendwo dort auch ein altes Steinkreuz gegeben haben soll. Nun war meine Neugierde geweckt.
Jettchens Traum.(Marienstift)
Vor langer Zeit, als die Nacht noch still und schwarz war, und der Tag voller Arbeitslast, als man noch von Hexen das Böse erwartete und von Feen das Gute erhoffte, da lebte in Dorinberg, dem Dornberg, als jüngstes Kind eines Tagelöhners ein kleines Mädchen. Die Eltern hatten ihm den schönen Namen »Henriette« gegeÂÂben. Sie wurde von allen nur »Jettchen« gerufen. Sie spielte mit dem Sohn des Nachbarn, und die Kinderjahre waren eine glückliche Zeit. Doch die Familie war sehr arm, und so kam die Kleine schon mit 12 Jahren als Magd zu einem Heuerlingbauern. Sie mußte schwer arbeiten, der Frau in der Küche und im Stall zur Hand gehen und dem Knecht auf dem Felde. Gelegentlich wurde sie auch zum Meyer gerufen. Hier wurde sie angewiesen, am Bleichhäuschen das LeiÂÂÂÂÂnen zu bewachen, mußte dieses doch 12 Nächte vom Mondlicht beschienen werden, damit das Weiß den rechten bläulichen Schimmer bekomme. Doch man mußte sorgsam darauf achten, daß der Mond die Laken nicht zu lange bescheint, denn sonst können wunderliche ZauÂÂÂÂÂberkräfte wach werden.
33 Lumpis Reise nach Frankreich.
Den Erbfeind mit den roten Hosen, so nannte einst man die Franzosen.
Heut’ sind wir Freunde, das ist schön, wir wollen sie besuchen gehn.
Der Lumpi stürmt zur Tür herein: „Los Babs, pack schnell die Koffer ein.
Nimm Deine besten Kleider mit, in diesem Land trägt man sich schick.
Am nächsten Morgen um halb 10, da sieht man sie zum Bahnhof gehn,
mit IC sind sie gewiß sechs Stunden später in Paris.
Der Pan.(Erdbeben in Bielefeld )
Ganz versteckt in einer Ecke am Tempel der Musen, in dem die Hexen und Nymphen zu Hause sind, wo aus Bettelmädchen Königinnen werden, und wo eine Flöte Zauberkraft hat, da hockt er, zusammengekauert in einer Muschel, halb Gott, halb Bock, halb Herr im All, halb lähmender Schrecken, das Zwiegesicht, der Pan! Was hat er in Bielefeld zu suchen; er, der doch im Dickicht der Haine, im geheimnisvollen Dunkel der Wälder sein Reich hat? Das will ich Euch erzählen.
DIE LAUSEICHE. (Spuk in Brönninghausen )
Da, wo der Brönninghauser Bach in die Windwehe mündet, ganz nahe beim alten Runkelkrug, steht ein großer, uralter Baum. Man nennt ihn »die Lauseiche«. Es heißt, an ihrer Rinde hätten sich früher die Zigeuner gekratzt und sich von ihren Läusen befreit. Ob das wahr ist, weiß man nicht, aber eines ist gewiß: Hier spukt es!
Das kleine rote Auto. (sei zufrieden, was Dir beschieden )
Nun mal etwas für die Kleinsten.
Dies ist mein erstes “Märchen”. Ich habe es vor über 50 Jahren meinem kleinen Sohn erzählt. Er hatte ein rotes Match Box Auto und kreiste damit unermüdlich über Boden, Stühle und Tische. Aber sein Freund hatte einen schwarzen großen Mercedes, und er wollte unbedingt auch einen solchen. So kam es zu dieser Geschichte.
Es war einmal ein kleines rotes Auto. Das stand in einer großen Garage, eingezwängt zwischen lauter piekfeinen, dicken Karossen, die blitzblank schwarz und metallig glänzten. Es kam sich sehr armselig vor. Und die großen Wagen drängten es immer mehr in eine Ecke und sagten: “Wir haben einen größeren Wendekreis, für dich reicht das kleine Winkelchen.”
Das kleine Auto gehörte dem kleinen Herrn Ferdinand. Der war bei einem Bäcker angestellt und fuhr ganz früh an jedem Morgen die Brötchen zu seinen Kunden. Das Innere des kleinen Autos war auch nicht mit weichem Leder gepolstert oder mit Leopardenfellen bedeckt sondern mit Plastikfolie, und es lagen immer Semmelkrümel herum, denn der kleine Herr Ferdinand war fleißig und trug täglich viele Körbe mit Brötchen aus.
27 Lumpi in der Ruhl.
Lumpi in der Ruhl.
Nicht vom Teuto und nicht von Bielefeld,
heut’ erzähl ich von einer anderen Welt,
nämlich vom Thüringer Wald, von Ruhla,
wo ich geboren bin.
Ich hoffe, es gefällt Euch.
p.s.Schreibt doch mal Eure Meining, nicht umsonst gibt’s die Spalte “Kommentar”.
Lumpi will Onkel Hugo besuchen,
da gibt es den besten Rhabarberkuchen.*
Er wohnt am Berge in der Ruhl.
Dort haust der Fuchs und auch der Uhl.
Der Wald wächst fast ins Fenster hinein,
die Sonne hat einen goldenen Schein.
Am Hang da blüht der wilde Flieder.
Hier singt man noch die alten Lieder.
*Entschuldigt den kleinen Gedankensprung, noch besser ist er beim Bäcker Jung.
Da steht die „Gomma“, oder irre ich??
Im Kindermantel trägt sie mich.
Und nun spricht sie durch meinen Mund
und tut dem Lumpi Geschichten kund.
Das Zwölfchen (Wie der botanische Garten entstand,)
Direkt unterhalb des kahlen Berges war das Reich des Elfenfürsten Bota. Er hatte viele Kinder und hütete alle mit väterlichem Stolz. Eines abends nun sah er eine Mutter mit ihren 11 Töchtern am Waldesrand spazieren gehen, und er war berauscht von diesem Anblick, denn diese Mädchen waren die lieblichsten Geschöpfe, die seine Augen bis zur Stunde erblickt hatten. Als sie am nächsten Abend wieder erschienen, um Beeren zu sammeln, wallte dem Elfenfürsten vor Wonne das Blut, so war sein Herz und sein Sinn verzückt.
Feuerwasser. (Wie der Steinhäger entstand)
Es war in alten Zeiten, da regierte hier ein hartherziger, gestrenger Graf. Während andere Herrscher eine freiwillige Abgabe, die sogenannte Siura von ihren Landeskindern erbaten, forderte er Steuern von den Bürgern und ließ sie notfalls mit roher Gewalt einziehen. Er hatte den Kuno in seine Dienste genommen, und dieser war noch unerbittlicher als der Graf selbst. Rastlos streifte Kuno durch die Lande, zu schauen und zu prüfen, ob alle Untertanen fleißig arbeiteten, um ihr Tribut pünktlich und redlich zu zahlen. Er forderte, daß man ihm die gleiche Achtung und Ehrerbietung wie seinem Herren erweise und bestrafte streng jede Ungehorsamkeit.
Cl. 40.In der Dorfschule.mit Lumpi
Es hockt der Lumpi mit Frau Mäuschen
grübelnd in seinem kleinen Häuschen.
Babs ist leider nicht zugegen.
Sie lässt sich in einer Beauty-Farm pflegen.
Lumpi kramt in vielen Sachen und denkt:
„Ich sollte mal Ordnung machen.“
Da fällt ihm ein Büchlein in die Hand,
das ist ihm völlig unbekannt.
Vom Einband sind nur Reste verblieben.
Es ist von seinem Urahn geschrieben.
Der lebte, das war Lumpi bekannt,
als Schulmeister einst im Thüringer Land.
Und was nur bei Lumpi kann möglich sein,
er schlüpft in das Buch hinein.