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	<title>Märchen für Bielefeld</title>
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	<description>Von Zauberern, Riesen und Geistern rund um Bielefeld</description>
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		<title>Liebe Märchenfreunde</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Mar 2017 11:40:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lumpi]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>
		<category><![CDATA[verschiedenes]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Märchenfreunde, Leider ist unsere Großmutter Karla Keitel, die Schöpferin dieser wundervollen Märchen über Bielefeld und andere Orte, kürzlich verstorben. Es wird also keine weiteren Geschichten und Fabeln mehr von ihr geben. Wir werden sie immer in liebevoller Erinnerung behalten, ihre Enkel]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div data-ft="{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}">
<p>Liebe Märchenfreunde,</p>
<p>Leider ist unsere Großmutter Karla Keitel, die Schöpferin dieser wundervollen Märchen über Bielefeld und andere Orte, kürzlich verstorben.<br />
Es wird also keine weiteren Geschichten und Fabeln mehr von ihr geben.</p>
<p>Wir werden sie immer in liebevoller Erinnerung behalten,</p>
<p>ihre Enkel</p>
</div>
]]></content:encoded>
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		<title>Kleine Nachlese</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Mar 2015 22:13:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Märchen]]></category>

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		<description><![CDATA[1,2,3 Fasching ist vorbei, Donnerstag haben die Weiber getobt, Freitag wurd’ in den Bütten gelobt. Am Nelkensamstag gab es Fêten, am Tulpensonntag noch mehr Reden. Rosenmontag, wie in allen Jahren, sind die großen Züge herumgefahren. Veilchendienstag hat man sich nochmal getroffen und zum leztenmal richtig gesoffen. Bis Aschermittwoch wurd’ dann der „Nubbel“ verbrannt, und alle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1,2,3  Fasching ist vorbei, <img style="HEIGHT: 186px; WIDTH: 246px" alt="Kleine Nachlese Titel" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2015/03/kleinenachlesetitel.jpg" width="225" height="175" /><br />
Donnerstag haben die Weiber getobt, Freitag wurd’ in den Bütten<br />
                                                                                    gelobt.<br />
Am Nelkensamstag gab es Fêten, am Tulpensonntag noch mehr Reden.<br />
Rosenmontag, wie in allen Jahren, sind die großen Züge herumgefahren.<br />
Veilchendienstag hat man sich nochmal getroffen und zum leztenmal<br />
                                                                            richtig gesoffen.<br />
Bis Aschermittwoch wurd’ dann der „Nubbel“ verbrannt, und alle Laster<br />
                                                                    sind damit verbannt.<br />
Da hab’ ich gedacht, das wär’ doch gelacht und hab’ mir ’nen eigenen<br />
                                                                            Nubbel gemacht.<br />
Im Gänsebräter tat ich ihn zünden und wähne nun mich frei aller<br />
                                                                                     Sünden.<br />
Jetzt wart’ ich gemütlich auf die nächste Feier, dann suchen wir alle<br />
                           Ostereier.<br />
                                             Schönen Gruß, Euer Lumpi.
   </p>
<p><img style="HEIGHT: 482px; WIDTH: 645px" alt="Nubbel" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2015/03/nubbel.jpg" width="450" height="353" /></p>
</p>
<p>n       </p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Lumpi in Omas Jugendzeit.</title>
		<link>http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/2014/03/24/lumpi-in-omas-jugendzeit/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 Mar 2014 09:43:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lumpi]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; &#160; Jetzt erzähle ich eine Lumpigeschichte für die Omas und deren Mütter. Ironisch möchte ich sagen, auch zum Mitsingen geeignet, denn die Worte und Melodien haben sich leider unlöschbar in unsere Hirne eingenistet. Lumpi ist nicht allein auf der Welt, auch Oma wohnt in Bielefeld, Als er in den ersten Jahren noch so klein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p align="center"><img alt="40 Oma mit Kindern blau" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/40omamitkindernblau.jpg" width="450" height="375" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Jetzt erzähle ich eine Lumpigeschichte für die Omas und<br />
deren  Mütter. Ironisch möchte ich sagen, auch zum<br />
Mitsingen geeignet, denn die Worte und Melodien haben<br />
sich leider unlöschbar in unsere Hirne eingenistet.                         </p>
<p>
                   <img alt="l Lumpi in Omas ZeitIt" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/llumpiinomaszeitit.jpg" width="450" height="83" /></p>
<p>
Lumpi ist nicht allein auf der Welt, auch Oma wohnt in Bielefeld,<br />
Als er in den ersten Jahren noch so  klein und unerfahren,<br />
brauchte man nicht lange bitten, Oma kam zum Babysitten.<br />
Heut’ will Lumpi sie besuchen, er hofft es gibt Schok’ladenkuchen.<br />
Oma sitzt nicht mit Strickzeug da, grad chattet sie mit Eva in Amerika.<br />
Ganz nahe ist er nun gerückt und hat seinen Stift gezückt,<br />
hat sein Notizbuch mitgebraucht, denn er hatte sich gedacht:<br />
„Kenn Länder, Meere, Himmelzelt, doch Du hast mir noch nie erzählt,<br />
wie es so war, als Du mal klein, das wird doch sicher spannend sein.</p>
<p align="center"><img alt="img558" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/img558.jpg" width="450" height="367" /></p>
<p>Ort und Zeit vergehen im Traum, er sitzt in Omas Klassenraum.<br />
Da hocken sie alle brav und still, Hände gefaltet, wie Lehrer es will.<br />
Mit sauberer Schürze und Schleife im Haar scheint es alles wunderbar.<br />
Nachmittags wird in diesen Jahren gern mit dem Wipproller rumgefahren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="center"><img alt="40 meine Klasse" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/40meineklasse.jpg" width="450" height="289" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zum Luisenbund geht man hin und wieder und singt als Kornblümchen<br />
                                                                                   Kinderlieder.<br />
In blauem Kleid macht man Ringeltanz und trägt aus dem Kopf einen<br />
                                                                         Kornblumenkranz,<br />
denn dieses bescheidene kleine Ding war die Lieblingsblume der Königin.<br />
   &#8220;Die Blümelein sie schlafen schon längst im Mondenschein&#8221;.<br />
Und wir sind lieb und arglos, wir sind ja noch so klein.</p>
<p align="center"><img alt="Kornblümchen" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/kornbluemchen-1.jpg" width="450" height="356" /></p>
<p>Damals war`s ein unruhig Leben. Es hat etwa 30 Parteien gegeben.<br />
Es gab keinen, der sie friedlich vereint, denn alle waren sich spinnefeind.<br />
Die Not im Land ist riesengroß, das halbe Volk ist arbeitslos-<br />
Als Lumpi am Jahnplatz spazieren gegangen, da hat plötzlich eine<br />
                                                                       Schießerei angefangen,<br />
und einer schreit ganz außer Atem:<br />
      &#8220;Licht aus , Messer raus, Noske kommz mit Handgranaten!!&#8221;<br />
Lumpi hat sich sehr erschreckt und sich im Mertenshaus versteckt.<br />
Als wieder Ruhe, sah der Tropf zwei Einschußlöcher neben seinem Kopf<br />
Was Wunder, wenn er sich gedacht, es muß einer kommen, der da              <br />
                                                                             Ordnung macht.</p>
<p>(Noske war als Minister zuständig für das Mlitär)</p>
<p align="center"><img alt="42 Straßenschlacht fertig" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/42strassenschlachtfertig.jpg" width="450" height="386" /></p>
<p>Nach Berlin an einem Wintertag fährt Lumpi mit dem alten Hanomag,<br />
um seine Tante zu besuchen und freut sich auf den Geburtstagskuchen,<br />
doch am Brandenburger Tor geht&#8217;s weder rückwärts oder vor.<br />
Lumpi kann es garnicht fassen, riesengroße Menschenmassen<br />
und Polizei, übergenug, schauen auf einen Fackelzug.<br />
Hitler hat&#8217;s zum Kanzler gebracht, nun ergreift er seine Macht.</p>
<p align="center">
<p align="center"><img style="HEIGHT: 344px; WIDTH: 544px" alt="31" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/31.januar1933machtergreifung.jpg" width="450" height="274" /></p>
<p>Und  auf einmal ändert sichs allerorten, aus Kornblümchen sind<br />
                                                                    Jungmädel geworden.<br />
Weihevoll, wie’s einer Taufe gleicht, wird der lederne Knoten gereicht.<br />
Und man singt am lodernden Feuer im Chor: „Flamme empor.“<br />
Feuer hat große Bedeutung bekommen, es ist dem heidnischen Glauben<br />
                                                                                    entnommen.</p>
<p align="center"><img alt="Flamme empor" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/flammeempor.jpg" width="450" height="351" /></p>
<p>Was für Kartoffeln und Boskoop vom Baum, das wird auf einmal zum<br />
                                                                                         Luftschutzraum.<br />
Üben mit Gasmaske ist gefordert, der Luftschutzwart hat’s angeordnet.<br />
So tapst Pimpf Lumpi blind herum und findet das gewaltig dumm.<br />
Sand und Wassereimer stellt man bereit, aber, es war noch nicht so weit.</p>
<p align="center"><img alt="Gasmaskenprobe" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/gasmaskenprobe.jpg" width="450" height="319" /></p>
<p>Sonntags gibt’s keinen Braten mehr, es muß ein Eintopfessen her.<br />
Ob Erbsen- oder Graupensuppe, das war dem Führer wirklich schnuppe.<br />
Er geht uns, wie man sehen kann, mit gutem Beispiel stets voran.</p>
<p align="center"><img alt="eintopf" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/eintopf.jpg" width="450" height="362" /></p>
<p>Alleweil ist man dann bereit, für’s WHW ist immer Zeit.<br />
Man läßt die Sammelbüchsen rasseln, auf daß die Groschen darein<br />
                                                                                    prasseln.<br />
Man steckt den Spendern Bildchen an, so sieht man, wer es nicht getan.<br />
Lumpi will mit trommeln stützen, mag’s der Winterhilfe nützen.</p>
<p align="center"><img alt="40 Hitler WHW Sammeln" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/40hitlerwhwsammeln.jpg" width="450" height="339" /></p>
<p>Den Samstag man besonders mag, denn der ist nun Reichsjugendtag.<br />
Man büffelt nicht mit großem Ziele, man macht im Wald Geländespiele.<br />
Heut keine Mühe keinen Frust, wir danken es dem lieben Rust.<br />
Ein jeder kraxelt so gut er kann, man hat ja ’ne Kletterweste an.<br />
Den Wimpel klaun gilt die Bemühung. Das Ganze nennt man<br />
                                                                       Wehrerziehung.<br />
Verdreckt und müde dann am Ziel, doch noch gibt es genug Persil.</p>
<p>(Rust war Reichsminister für Wissenschaft und Erziehung)</p>
<p align="center"><img alt="Geländespiele" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/gelaendespiele.jpg" width="450" height="337" /></p>
<p>Allein die Hymne tuts nicht mehr, Horst Wessels Lied muß hinterher.<br />
    „Die Fahne hoch, die Reihn geschlossen, SA marschiert mit festem Tritt.<br />
   Und jene, die man hat erschossen, marschieren dann im Geiste mit.“<br />
Es wird ein Fahnenkult getrieben, seine Fahne muß man lieben.<br />
   „ Unsre Fahne flattert uns voran, in die Zukunft ziehn wir Mann für Mann.<br />
    Die Fahne führt durch Nacht und Not, die Fahne ist mehr als der Tod.“<br />
Müssen wir das wirklich glauben, will man uns die Zukunft rauben?<br />
Doch solch Denken liegt uns fern, wir haben uns’re Fahne gern.<br />
Und wir grüßen, wie man muß, ordentlich mit Führergruß.</p>
<p>(Horst Wessel ist übrigens in Bielefeld geboren.)</p>
<p align="center"><img alt="40 Fahnengruß" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/40fahnengruss.jpg" width="450" height="404" /></p>
<p align="center">
<p>Weimar ist groß in Mode gekommen, er hat im Elephant Quartier<br />
                                                                               genommen,<br />
Massen schreiend vor’m Hause stehn: „Wir wollen unsern Führer sehn!“<br />
Wir haben ja keinen Kaiser mehr, als Volksidol muß er nun her.</p>
<p align="center"><img alt="40 Hitler elefant 2" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/40hitlerelefant2.jpg" width="450" height="337" /></p>
<p>Ein Deutscher spricht Deutsch! Ein jeder Gesell!<br />
Fremdwörter sind verboten, das ist ein Befehl!<br />
Früher war den Leuten klar, ein Pasant geht auf dem Trottoire.<br />
Ein Zug wird auf dem Perron erwartetm, man stegt ins Cupé,<br />
                                                    und das Bähnlein startet.<br />
Heut steht man auf dem Bahnsteig und steigt ins Abteil,<br />
statt dem Konteur hält man dem Schaffner die Fahrkarte feil.<br />
Das Kaschnee trägt man als Halsumhang, und das Chaiselongue<br />
                                                                  ist eine Liegelang.</p>
<p align="center"><img style="HEIGHT: 358px; WIDTH: 518px" alt="Liegelang" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/liegelang.jpg" width="450" height="339" /></p>
<p>Da Konfirmationen altmodisch seien, gibt es nun die Jugendweihen.<br />
Auf Führer und Reich schwört man sich ein und gelobt, dem Volk ein<br />
                                                                    Genosse zu sein.<br />
Jungs bekommen – was dem Ritterschlag gleicht – ein heilig zu haltendes<br />
                                                                                  Messer gereicht.<br />
Kirchliche Hochzeit sei Bürgerkrampf. Im Standesamt gibt es statt Bibel<br />
                                                                                      „Mein Kampf“.<br />
Doch Göring gibt Emmy mit Pomp den Ring, und sie ist nun unsere Königin.<br />
In der Schorfheide siedelt der gute Mann eine Auerochsenherde an.<br />
Als ob, meint Lumpi, in den braunen Sphären nicht schon genügend Ochsen<br />
                                                                                                 wären.</p>
<p align="center"><img alt="i42 Göring mit Wisent" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/i42goeringmitwisent.jpg" width="450" height="328" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p> Lumpi findet’s allerhand, ein Hetzbild an der Kirchenwand.<br />
Der Stürmer hört nicht auf zu schreien, daß Juden unser Unglück seien.<br />
An jeder Wand sieht jedermann sich schreckensvolle Fratzen an.<br />
Es sei der Satan, der uns quält, so hat der Stürmer uns erzählt.<br />
Die Hetze ist kaum noch zu nennen, und plötzlich Synagogen brennen.<br />
Man hat’s gesehen und gehört, und alle Leute sind verstört.</p>
<p align="center"><img alt="42 Stürmer" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/42stuermer.jpg" width="450" height="385" /></p>
<p>Hast du denn auch solche Juden gekannt? fragt Lumpi und ist ganz <br />
                                                                                   gespannt.<br />
Meine beste Freundin war Hella Horn, als  3/4-Jüdin ward sie gebor&#8217;n.<br />
Als tüchtiger Arzt war ihr Opa bekannt und hochgeachtet im ganzen Land.<br />
Da sind die braunen Gesellen gekommen, haben die Praxis ihm<br />
                                                                           weggenommen,<br />
haben verfolgt ihn und geschmäht&#8230;.und eines Tages war es zu spät!<br />
Man verlieh ihm im Weltkrieg das &#8220;Eiserne Kreuz&#8221;<br />
                Jetzt hängt er sich auf am Fensterkreuz!</p>
<p>(Nicht nur Ärzte, Anwälte usw. auch alle Geschäfte wurden<br />
zerstört und geplündert und die Kaufleute enteignet.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="center"><img alt="42 Judengeschaft" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/42judengeschaft.jpg" width="450" height="299" /></p>
</p>
<p>
Lumpi will ins Kino gehen, möchte den tollen Rühmann sehn.<br />
Was ist denn grad im Angbot?“ „Es gibt heut „Quax, der Bruchpilot.“<br />
Doch der Besuch wird schnell vertagt, Heimabend ist jetzt angesagt.<br />
Die Mädchen sitzen all im Rund in ihren Jacken schwarz, rot, bunt.<br />
Sie üben sich in Sang und Sing, doch ihr Interessse ist gering.<br />
Der Geist steigt nicht empor zu Sternen, man muß die Geburtstage der<br />
                                                                                Gauleiter lernen.</p>
<p align="center"><img alt="42 Heimabend Bild" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/42heimabendbild.jpg" width="450" height="508" /></p>
<p>
Und plötzlich ist auf einmal Krieg, die Wochenschau zeigt Sieg für Sieg<br />
Vom Volksempfänger informiert, das ganze Volk nun jubiliert.<br />
Man singt ganz außer  Rand und Band:<br />
         „Bomben, Bomben, Bomben auf Engeland.“<br />
Man sagt, wir seien ein Volk ohne Raum, also erfüllen wir den Traum<br />
und lassen die Pferdchen gen Osten traben. Wir wollen die Kornkammer<br />
                                                                                 Ukraine haben.<br />
        „Von Finnland bis zum Schwarzen Meer<br />
        vorwärts nach Osten du stürmend Heer.<br />
        Freiheit das Ziel, sieg das Panier,<br />
        Führer befiel, wir folgen Dir!“ <br />
In Kiew ist Deutsche Reiterei, ich glaube, Lumpi wär gerne dabei.<br />
Wir haben schulfrei, ach wie schön, so könnte es doch weitergehn.</p>
<p align="center"><img alt="42 Kiev" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/42kiev.jpg" width="450" height="378" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Doch bald zu merken , leider, so geht’s dann nicht mehr weiter.<br />
Es gibt weder Kaffee noch Schokolade, wir haben die Kontinentalblockade.<br />
Die Volksernährung muß nun starten mit bunten Lebensmittelkarten.<br />
5o Gramm Brot gibt es pro Tag und 5 Gramm Fett, wenn man es mag.<br />
Fleisch gibt’s im Monat ein halbes Pfund. Wer sagt denn da: „Na, wie    <br />
                                                                                        gesund.“<br />
Bezugsscheine gibt’s für Kleider und Schuhe, vor Modefimmeln hat man<br />
                                                                                          Ruhe. <br />
Uns’re Klasse schreibt im Crüwellhaus Scheine für Seife und Waschmittel aus. </p>
<p align="center"><img alt="Lebensmittelkarte" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/lebensmittelkarte.jpg" width="450" height="335" /></p>
<p>                                    Lebensmittelkarte für einen Monat<br />
                                    für Jugendliche von 6 bis 18 Jahren.</p>
<p>Im Winter frier’n uns die Nasen ab, denn Holz und Kohlen sind sehr kapp.<br />
Die Klassenzimmer sind eisekalt, wir hocken in Mänteln und zittern halt.<br />
Zöpfe sind nicht mehr gefragt, Olympiarolle ist angesagt.<br />
Soll beim Frisör die Frisur gelingen, muß man 3 Briketts mitbringen.<br />
Und an den Wänden, schaut nur genau, da klebt ab jetzt der Kohlenklau.<br />
Wen wundert, wenn die Menschen frieren, daß sie dann selbst organisieren.</p>
<p align="center"><img alt="40 Kohlenklau Bild" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/40kohlenklaubild-1.jpg" width="450" height="448" /></p>
<p>Lumpi hat das nicht erwogen, er wird als Flakhelfer eingezogen.<br />
Und er bedient bei Tag und Nacht zur Fliegerabwehr die 8 Komma 8.<br />
Am Schloßhof hat er Stellung besetzt , wird später an die Front versetzt.<br />
Der Krieg ging so allmählich schief. Aus Stalingrad kam sein letzter Brief.<br />
Dann hat man von Lumpi nichts mehr gehört, ob er wohl jemals wiederkehrt?</p>
<p align="center"><img alt="Flakhelfer 8,8" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/flakhelfer88.jpg" width="450" height="301" /></p>
<p align="center">
<p>Hauchstrümpfe kann man nirgens mehr kaufen. Da werden wir eben<br />
                                                                                 barfuß laufen.<br />
Man muß da nur erfinderisch sein, man malt mit Farbe ’nen Strich auf’s Bein<br />
Autos fahr’n nicht, es gibt kein Benzin, und Pferde müssen Kanonen ziehn.<br />
Tanz ist verboten, fällt nicht schwer, es gibt ja daheim kaum Männer mehr.<br />
Nun sind auch noch die Kinos geschlossen, das hat uns nun doch verdrossen.<br />
Mit „Kraft durch Freude“ Reisen machen, darüber kann man nur noch lachen.<br />
Doch das kommt ja wieder &#8211; nach dem Sieg – wir wollen den totalen Krieg!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="center"><img style="HEIGHT: 395px; WIDTH: 536px" alt="Bild" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/bild.jpg" width="450" height="337" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Den Vätern gehn langsam die Kugeln aus, die Mütter drehen Granaten<br />
                                                                                          zuhaus,<br />
die Kinder sammeln überall zentnerweise Altmetall.</p>
<p align="center"><img alt="Bild" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/bild-1.jpg" width="450" height="262" /></p>
<p>Nach dem Abi kommt erst mal der Bescheid, nun wird man eine Arbeitsmaid.<br />
Beim Bauern schuften von früh bis spat, damit das Volk was zu essen hat.<br />
Das ist sozial. Darüber läßt sich nicht streiten. Plakate versprechen herrliche<br />
                                                                                                    Zeiten.<br />
Und wenn man Glück hat hier auf Erden, kann man danach noch<br />
                                                                           Blitzmädchen werden.<br />
Als Funker große Ehre erwerben, oder an der Front den Heldentod sterben.</p>
<p align="center"><img alt="Bild" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/bild-2.jpg" width="450" height="472" /></p>
<p>Der Krieg dauert schon 6 Jahre lang, immer begleitet von hehrem Gesang.<br />
     „Wir werden weiter marschieren, bis alles in Scherben fällt,<br />
    denn heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt.“<br />
Wir müssen uns wohl korrigieren, wir werden den Krieg verlieren.<br />
Nur der Deutschlandsender die Lage berichtet, und die wird von Dr.<br />
                                                                     Goebbels „erdichtet“.<br />
BBC zu hören gilt strenges Verbot, und wird bestraft gleich mit dem Tod.<br />
Sonntags bringt’s Radio Wunschkonzert. Was wird denn da so angehört?<br />
Spieß Schmidt hört, daß er nun Drillinge hat, und bei Müllers fand eine<br />
                                                                                Hochzeit statt.<br />
Die Lale singt von Lilli Marlen, und Zarah weiß, daß Wunder geschehn.<br />
              „ Vor der Kaserne, vor dem großen Tor<br />
               stand eine Laterne  und steht sie noch davor.“<br />
 In der ganzen Welt ist das Lied erklungen, wehmütig haben’s Freund und<br />
                                                                        Feind gesungen.                           <br />
               „ Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn,<br />
                  und ich weiß, daß wir uns wiedersehn.“<br />
Dies hat bei Millionen Hoffnung erweckt. Die  Propaganda im Reich ist         <br />
                                                                               einfach perfekt,<br />
sie wird durch winzige Röhren vermittelt in dem Kasten, der  &#8221; Göbbels  Schnauze&#8221; betitelt .  </p>
</p>
<p align="center"><img alt="Bild" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/bild-3.jpg" width="450" height="368" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
                                                                                      </p>
<p>Junge Lehrer sind alle im Feindesland, uns lehrt ein Greis im Ruhestand.<br />
&#8220;Morgen,&#8221; sagt er, &#8220;macht Euch bereit, 1.Stunde Mathearbeit!&#8221;<br />
Sorgenlos denken wir, woll&#8217;n mal sehn, die Schule beginnt bestimmt erst um 10,<br />
denn sind die Bomber nach 12 überm Haus, fallen die ersten 2 Stunden aus.<br />
Was soll man sich in diesen Tagen mit Vektoren und Integralen plagen.&#8221;<br />
Mist, 20 Uhr, wer hätt&#8217; es gedacht, sie kommen schon vor Mitternacht.<br />
Vollalarm jetzt die Sirene gellt, der Funk meldet Anflug auf Bielefeld !!</p>
<p align="center"><img alt="Bomber mit christbaum" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/bombermitchristbaum.jpg2_.jpg" width="450" height="350" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir mußten alle Ritzen verdunkeln, während am Himmel die Lichter funkeln.<br />
Unzählige Christbäume erhellen die Nacht, der Weihnachtsmann hat sie<br />
                                                                         nicht gebracht.<br />
Wir sitzen im Keller und bibbern vor Schrecken, versuchen die Angst zu<br />
                                                                              überdecken,<br />
und gröhlen lautstark falsch oder klar: „Wir lagen vor Madagaskar.“<br />
Und plötzlich gehen die Lichter aus, es flog eine Bombe auf das Haus.</p>
<p align="center"><img alt="Bild" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/bild-4.jpg" width="450" height="389" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Man hat auf Entwarnung vergebens gelauert, die Nacht hat in Ewigkeit<br />
                                                                                 fortgedauert.<br />
Es hat nach Brand und Zement gerochen, und als der Morgen angebrochen,<br />
da rieselte überall der Schutt, und das Haus und die Stadt und das Land<br />
                                      sind kaputt!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="center"><img alt="24 Zerbombt" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/24zerbombt.jpg" width="450" height="263" /></p>
</p>
<p>Lumpi war so müd’ gewesen, hat schlafend auf dem Stuhl gesessen.<br />
Das Ende hat ihn so erschreckt, die Oma hat ihn aufgeweckt,<br />
was war er froh nach all dem Graus , daß dieses</p>
<p>                                   Abenteuer aus.</p>
<p>p.s. Später meinte er:<br />
„Ich kann am Ende nur noch sagen, man sollte mal die Alten fragen,<br />
Kann man durch ihre Brille sehn, wird man ihr Leben erst verstehn.“</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Lumpi im Reiche der Stoffe</title>
		<link>http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/2014/03/13/lumpi-im-reiche-der-stoffe/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Mar 2014 16:06:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lumpi]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Lumpi sitzt vor seinem Haus, seine Freundin schaut heraus. Und er denkt: „Ich müsste eben dem Kind mal einen Namen geben. Sie ist so lieb und so patent, doch keiner ihre Herkunft kennt. Sie ist so fremd und doch so nah, ich nenn’ sie einfach Barbara. „Das wird gefeiert, mach Dich schön, wir wollen jetzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="29 Titel Lumpi Stoffe" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29titellumpistoffe.jpg" width="450" height="137" /></p>
<p>Lumpi sitzt vor seinem Haus, seine Freundin schaut heraus.<br />
Und er denkt: „Ich müsste eben dem Kind mal einen Namen geben.<br />
Sie ist so lieb und so patent, doch keiner ihre Herkunft kennt.<br />
Sie ist so fremd und doch so nah, ich nenn’ sie einfach Barbara.<br />
„Das wird gefeiert, mach Dich schön, wir wollen jetzt zu Nico gehn.“<br />
„Ach je, da kann ich doch nicht hin, ich hab doch gar nichts anzuziehn.“<br />
„Lumpi denkt: „So sind die Frauen, da wollen wir doch nun mal schauen.“</p>
<p><img style="HEIGHT: 554px; WIDTH: 626px" alt="29 Fenster mit Baum" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29fenstermitbaum.jpg" width="450" height="339" /></p>
<p>Wo nehmen denn von alters her Weibsbilder ihre Kleidung her.<br />
Als Eva in die Welt gekommen, da hat sie nur ein Blatt genommen.<br />
Doch war das Grün vom Feigenbaum nicht grad nach ihrem Modetraum,<br />
denn abgesehen, dass es welkt, auch nicht gerade warm sie hält.<br />
So haben Frauen nachgedacht, woraus man was zum Anzieh’n macht.</p>
<p align="center">
<p align="center"><img style="HEIGHT: 400px; WIDTH: 528px" alt="29 Eva mit Blatt" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29evamitblatt.jpg" width="450" height="339" /></p>
<p>Und dort wo stets die Sonne sticht, da braucht man warme Kleidung nicht.<br />
Die Frauen geh’n da nackend fast mit einem Röckchen nur aus Bast.<br />
Und in der Südsee kleiden Leute in dieser Art sich auch noch heute.<br />
Das Äffchen denkt für sich: „Nanu, gehört die Kleine denn dazu?<br />
Willst Du am Dümmerstrand prom’nieren?“ „Nee, da wird ich mich genieren.“</p>
<p align="center"><img alt="29 Stoffe Baströckchen" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29stoffebastroeckchen.jpg" width="450" height="339" /></p>
<p>Menschen, die in kühlen Zonen sogar im ew’gen Eise wohnen,<br />
die wickelten sich auf der Stelle in dicke, weiche Eisbär’nfelle.<br />
So konnten sie ohne zu motzen, der allergrößten Kälte trotzen.<br />
„So’n Fellkleid würde auch mir stehn, die Bommeln sind besonders schön.“<br />
Eisig bläst vom Pol der Wind, neugierig guckt das Robbenkind.</p>
<p align="center"><img alt="29 Stoff Inuitweiber" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29stoffinuitweiber-1.jpg" width="450" height="339" /></p>
<p align="center">
<p>Angorahasen sind im Haus, und Lumpi kennt sich damit aus.<br />
In drei Monden wächst es schnell, das flaumigweiche Kuschelfell,<br />
dann muß es kurz geschoren werden, und seine Wolle fällt zur Erden.<br />
Das Tierchen findet das famos , es ist dann nur noch halb so groß.<br />
Von 100 Gramm der Wollenmenge, gibt’s Garn von 8 Km in Länge.<br />
Und einen Pulli strickt man dann , in dem man sich gut kuscheln kann.</p>
<p align="center"><img alt="29 Lumpi Stoffe Angorabild 2" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29lumpistoffeangorabild2.jpg" width="450" height="339" /></p>
<p>Lumpi schaut durchs Lupenglas, erstaunt denkt er: „Was ist denn das?“<br />
Die Raupe drängt’s sich einzuspinnen, ist bald in einer Puppe drinnen.<br />
Kokon, so heißt dies Puppenhaus, es schlüpfte ein Schmetterling heraus.<br />
Man haspelt ab, nach altem Brauch, den spinnwebfaden feine Hauch.<br />
Nach spinnen , weben im Geleite, wird er zu glänzend, edler Seide.</p>
<p align="center"><img alt="29 Seidenraupentisch" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29seidenraupentisch.jpg" width="450" height="339" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Schon vor 10 x Tausend Jahren bauten uns’re Vor-Vorfahren<br />
Flachs an, der auch Lein genannt. Verarbeitung war wohl bekannt.<br />
Die Brechkaul muß die Stengel brechen, dann hechelt man mit Eisenrechen,<br />
bis man die schieren Fasern hat. Nun findet noch das Spinnen statt,<br />
und endlich webt man dann das Leinen zu groben Stoffen und zu feinen.<br />
Ein edles Tafeltuch hat Stil, die Bluse ist im Sommer kühl.</p>
<p align="center"><img style="HEIGHT: 395px; WIDTH: 490px" alt="29 Flachsbrechenfrauen klein" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29flachsbrechenfrauenklein.jpg" width="450" height="339" /></p>
<p>In Asien lebt das Trampeltier, es ist von großem Nutzen hier.<br />
Im Passgang läuft es sehr gewandt durch den heißen Wüstensand.<br />
Das leichte Schaukeln, wenn es geht, als trampeln fälschlich man versteht.<br />
Ein Sandsturm bringt’s nicht aus der Ruh, es kneift die Nasenlöcher zu.<br />
Und Wasser trinkt es eimerweise vor einer langen Wüstenreise.<br />
Sein zartgekräuselt Unterhaar fällt aus von selbst im frühen Jahr.<br />
Und daraus macht man dann die tolle edele Kamelhaarwolle.</p>
<p align="center"><img alt="29 Stoff Kamel" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29stoffkamel-1.jpg" width="450" height="339" /></p>
<p>In Bolivien und Peru sieht man in Herden immerzu<br />
ein Kleinkamel, das jeder kennt und man Alpaka-Lama nennt.<br />
Barbara trägt eine tolle Jacke aus Alpakawolle.<br />
Lumpi wird bestimmt beneidet um seinen Poncho, der ihn kleidet.</p>
<p align="center"><img alt="29 Alpaka mit 4" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29alpakamit4.jpg" width="450" height="339" /></p>
<p>Der Himalaja lässt grüßen und zu seinen kargen Füßen,<br />
im kleinen Pamir, steht die Wiege der weltbekannten Kaschmirziege.<br />
Will man ’nen Pulli fabrizieren, braucht man Haar von 15 Tieren.<br />
Leicht und weich er gut gefällt, leider kostet er viel Geld.</p>
<p align="center"><img alt="29 Pamir mit Lumpi" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29pamirmitlumpi.jpg" width="450" height="295" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Als anspruchslos, robust und brav, so kennt man das Merinoschaf.<br />
Es lebt zumeist in großen Herden fast überall auf dieser Erden.<br />
Die feinste Wolle – so bekannt – gewinnt man im Australienland.<br />
Das Vaterschaf der vielen Mütter, das nennt man hierzulande „Widder“.<br />
Sein Ahn trug, wie’s in Hellas hieß, das sagenhafte „gold’ne Vlies“.</p>
<p>(Das Fell des Schafes nennt man Vlies)</p>
<p align="center"><img alt="29 Merinoherde" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29merinoherde.jpg" width="450" height="339" /></p>
<p>In Ägypten ist’s so weit, es ist Baumwollerntezeit.<br />
Lumpi und die Barbara sind als Erntehelfer da.<br />
Müssen sich gar kräftig bücken, die Wattebällchen abzupflücken.<br />
Der Strauch trägt Samen, große Mengen, an denen lange Fasern hängen.<br />
Die meisten Textilien in aller Welt werden aus Baumwolle hergestellt.</p>
<p align="center"><img alt="29 Baumwollfrauen 2" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29baumwollfrauen2.jpg" width="450" height="311" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nur staunen können uns’re beiden, hätten sie in alten Zeiten<br />
in Ägypten einst gelebt, trügen sie Bekleidung, die aus Hanf gewebt.<br />
Aus Stängeln kann man Sachen, wie Papier und Seile machen.<br />
Die Samen geben Öl, das besser als die Butter, und geben ebenfalls ein<br />
gutes Vogelfutter.<br />
Aus schöner Blüte aber, damit Du es nur weißt, wird eine böse Droge,<br />
„Cannabis“ diese heißt.</p>
<p align="center"><img alt="29 Lumpi Stoffe Ägypten 2" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29lumpistoffeaegypten2.jpg" width="450" height="339" /></p>
<p>Seit Urzeit wurde Stoff aus Naturprodukten gemacht.<br />
Doch dann hat die Chemie sich künstliche Fasern erdacht.<br />
Ob Nylon, Perlon Acryl, der Stoffe gibt’s unendlich viel.<br />
„Meine Schwester, die Polyester“ hieß früher es im Lied.<br />
Wer ahnt denn, dass die Schwester gleich um den Globus zieht.<br />
Gut, wenn die Industrie drauf baut, doch gar nicht gut für uns’re Haut.<br />
Und ein mancher fragt sich nur: „Wo bleibt da die Mutter Natur?“<br />
Kaninchen und Flachs steh’n nicht in Gunst, in dieser Fabrik ist alles nur Kunst.</p>
<p align="center"><img alt="29 Perlonfabrik" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29perlonfabrik.jpg" width="450" height="339" /></p>
<p>Sahen sich nun Vieles an, wie man sich bekleiden kann.<br />
Und Lumpi sagt: „Na Gott sei Dank hast Du ja viel im Kleiderschrank.<br />
Das Kleid aus Musselin ist schön, nun können wir zu Niko gehen.“<br />
So gehen sie heut’ außer Haus, und</p>
<p>Abenteuer ist nun aus.</p>
<p align="center"><img alt="29 Stoffe Niko" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/03/29stoffeniko.jpg" width="450" height="339" /></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der alte Grafenhof</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Feb 2014 20:57:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Märchen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Es stand in alten Zeiten der Grafenhof hier noch mit Fenstern im Gewölbe, so schmal und himmelhoch, mit trutzig festen Mauern, gefügt wohl meterdick. Dort leiteten die Herren der jungen Stadt Geschick. Von Menschenhand erbaut, von Menschenhand zerstört, kein Auge mehr ihn schaut, kein Ohr mehr von ihm hört. Vor langer, langer Zeit durchstreifte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><img alt="Titel Grafebhof" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/02/titelgrafebhof-2.jpg" width="450" height="105" /></p>
<p><em><strong>Es stand in alten Zeiten der Grafenhof hier noch<br />
mit Fenstern im Gewölbe, so schmal und himmelhoch,<br />
mit trutzig festen Mauern, gefügt wohl meterdick.<br />
Dort leiteten die Herren der jungen Stadt Geschick.<br />
Von Menschenhand erbaut, von Menschenhand zerstört,<br />
kein Auge mehr ihn schaut, kein Ohr mehr von ihm hört.</strong></em></p>
<p><img style="HEIGHT: 552px; WIDTH: 480px" alt="Wappen Ravensberg 2" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/02/wappenravensberg2.jpg" width="450" height="569" /><br />
Vor langer, langer Zeit durchstreifte Hermann, ein junger Graf, unsere Lande. Von seiner Burg aus waren ihm drei Raben gefolgt. Plötzlich umkreisten diese einen Berg und setzten sich darauf nieder.Ei«, dachte der Graf, hier müßte es gut sein, eine Stadt zu gründen. Die Gegend war reich bewaldet, nur einzelne Hofstellen lagen zwischen dem Gehrenberg und dem Waldhof, die die größte davon war. Auch kreuzten sich hier die Handelswege in glücklicher Weise. Der Hellweg führte über Paderborn nach Goslar, und der Paß durch den Osning öff­nete den Weg nach Norden. Und wie der junge Graf so stand und sann, da krächzten auf einmal die Raben:</p>
</blockquote>
<p><em><strong>Gründe eine Stadt und gestalte,<br />
baue eine Burg und erhalte<br />
setze einen Hof und verwalte.<br />
Aber hüte dich vor dem zweiten Sänger!</strong></em></p>
<p><em><strong><br /></strong></em>Und so gebot der Graf an den Ufern des Bohnenbaches eine Stadt zu erbauen. Er ließ den Muschelkalk des Teuto zu Quadern brechen und eine Burg daraus aufrichten, und endlich wuchs im Inneren der neuen Stadt, etwa da, wo heute das Leineweberdenkmal steht, ein stattliches Haus in dem er Hof hielt. Man nannte es den »Grafenhof«.<br />
Hermann verstand es, Kaufleute für die Mitgründung der Stadt zu gewinnen und gab ihnen Ämter und für einen Wortzins (Wort = Grund­stück) Hausplätze zu eigen.<br />
Er regierte weise, scharte ein munteres Völklein um sich, und da er auch dem Spiel und dem Tanz zugeneigt war, stand sogar eine Kapelle in seinen Diensten. Eines Tages nun klopfte ein fahrender Sänger ans Hoftor. Der junge, stattliche Mann war gekleidet nach der neuester Mode mit Gugel und Schecke, so eine Art Kragen mit Kapuze. Es war der vielgeliebte Barde Frauenlob. Er entzückte nicht nur die Gräfin und ihre Jungfern mit seinen lieblichen Minneliedern, sondern war auch so weise, sich der Gunst des Grafen zu versichern mit Lobgesängen ob des­sen Klugheit und Güte.</p>
<p align="center"><img alt="Grafenhof mit gutem sänger" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/02/grafenhofmitgutemsaenger.jpg" width="450" height="358" /></p>
<p>
Die drei Raben auf dem Berg sahen den Gang der Dinge mit Wohlge­fallen und wachten über den Grafenhof. Die Bürger aber, die die Vögel so stetig und friedfertig sitzen sahen, munkelten, es seien die Ahnen des Grafengeschlechts, die behütend ihre Nachfahren durch den Wandel der Zeiten begleiteten und zogen darob ehrerbietig den Hut vor ihnen.<br />
So vergingen viele Jahre.<br />
Da klopfte an einem dämmrigen, naßkalten Herbsttag wiederum ein Sänger an die Türe und bat um Einlaß. Freudig wollten die Mägde öff­nen in Erwartung einer fidelen Unterhaltung. Doch da hörten sie auf einmal die Raben gar kummervoll krächzen:</p>
<p align="center"><img style="HEIGHT: 319px; WIDTH: 398px" alt="3Raben" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/02/3raben.jpg" width="450" height="362" /></p>
<p>
<strong><em>Lasset ihn draus, lasset ihn draus<br />
bringt Graus ins Haus,<br />
über die Schwelle zieht der Geselle<br />
Unglück schnelle!</em></strong></p>
<p>
Doch die Mädchen lachten, mißachteten die Warnung und ließen den Fremdling ein. Ach, wie erschraken sie bei seinem Anblick! Es war der böse Mannestrutz. Mit der seitlich geknöpften schwarzen Heuke, einem altmodischen langen Umhang, verdeckte er halb sein grimmiges, zer­furchtes Gesicht, und, krumm hereingehinkt, heischte er barsch einen Humpen Wein und einen zweiten und einen dritten. Dann drang er grö­lend in die Gemächer des gräflichen Paares und bot ihnen unflätige Gassenhauer dar.<br />
als der alte Graf ihn deshalb des Hoffes verwies, stieß Mannestrutz einen Fluch aus:</p>
<p><strong><em>Freude weich aus eurem Leben,                                                                Streit und Hader soll es geben,                                                                 dieses Haus es soll verwehn,                                                                         das Geschlecht soll untergehn!</em></strong></p>
<p align="center"><img alt="Böser (2)" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/02/boeser2.jpg" width="450" height="410" /></p>
<p>
Kaum waren die letzten Worte verklungen, stieg ein beißender Rauch auf, und der Mann war wie ein Spuk verschwunden. Schreckensbleich standen die also Bedrohten, doch noch entsetzter waren sie, als sie gewahr wurden, daß auch die drei Raben nicht mehr auf ihrem Berg hockten. Man fand dort noch drei Häufchen Asche und ein winziges, halbgeschmolzenes Krönchen.<br />
Von da ab hatte das Glück das Grafenhaus verlassen. Es gab Streit mii den älteren Orten um Jagdgründe und Viehweiden. Auch verlangte die Stadt nun Zoll auf Waren, die durch ihre Grenzen befördert wurden. Das erboste die Nachbarn derart, daß ein Haufen zorniger Männer mit Äxten, Schleudern und Fackeln gen Bielefeld zog und dort große Ver­wüstungen anrichtete. Sie fällten alle Eichenbäume und ließen die Palisaden toppen. Sie quälten Frauen und Kinder und legten Brand an die Kirchen. Dem Grafengeschlecht wurde kein männlicher Nachfolger mehr geboren, und der Stamm derer zu Ravensberg verdorrte. Durch die Ehe der letzten Grafentochter kam das Land unter fremde Herr­schaft, und endlose Erbstreitigkeiten zogen sich durch die Geschichte. Der Grafenhof verödete. Eine Zeitlang diente er gar als Schweinestall, und das Gequike und der Gestank der Tiere verbreitete sich über die ganze Stadt. Später hatten ihn Bürgerliche wieder genutzt. Doch im letzten Krieg wurde er &#8211; das älteste steinerne Haus von Bielefeld &#8211; ein Opfer der Bomben, und keiner weiß mehr von ihm!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="center"><img style="HEIGHT: 411px; WIDTH: 531px" alt="Grafenhof Mit Flücht" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2014/02/grafenhofmitfluecht.jpg" width="450" height="330" /></p>
<p align="center">
]]></content:encoded>
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		<title>90 Jahre Gesänge .</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Feb 2014 18:16:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Märchen]]></category>

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		<description><![CDATA[90 Jahre Gesänge . Wie heißt es so schön? &#8220;Singe, wem Gesang gegeben,&#8221;&#8230; und wem nicht, der lasse es lieber bleiben, besonders im &#8220;Sängerkrieg&#8221;bei Bohlen. Wenn ich so zurück denke an meine Kindheit, da sang meine Mutter schon mal: &#8220;Schlaf Kindchen schlaf, Dein Vater hüt&#8217; die Schaf, Deine Mutter schüttelt&#8217;s Bäumelein, fällt herab ein Träumelein&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
                         90 Jahre Gesänge .</p>
<p>Wie heißt es so schön? &#8220;Singe, wem Gesang gegeben,&#8221;&#8230;  und wem nicht, der lasse es lieber bleiben, besonders im &#8220;Sängerkrieg&#8221;bei Bohlen.</p>
<p>Wenn ich so zurück denke an meine Kindheit, da sang meine Mutter schon mal: &#8220;Schlaf Kindchen schlaf, Dein Vater hüt&#8217; die Schaf, Deine Mutter schüttelt&#8217;s Bäumelein, fällt herab ein Träumelein&#8221; &#8230;Und später wurde daraus: &#8220;Schlaf Kindchen schlaf, dein Vater ist ein Schaf, die Mutter ist ein Dusseltier, was kann das arme Kind dafür.&#8221; Lieber war mir: &#8220;Der Mond ist aufgegangen&#8230;&#8221;da konnte man sich doch was drunter vorstellen.<br />
Nun ja. als ich 9 Jahre war, habe ich mit meiner Mutter im Kaisersaal in Erfurt eine Karnevalsveranstaltung erlebt. Noch heute klingt mir im Ohr, wie ein Mensch schmetterte: &#8220;In 50 jahren ist alles vorbei&#8221; und irgendwie gruselte mir. Tja, inzwischen bin ich bald 90!<br />
An eine Nachmittagsvorstellung auf der Cyriaksburg kann ich mich auch noch sehr gut erinnern. Da sang ein geschniegelter Sänger voller Insbrunst: &#8220;Püppchen, Du bist mein Augenstern, Püppchen, hab dich zum Fressen gern&#8221;. Na, was sollte das denn, meine Puppe Gerda liebte ich, die hätte ich nie gefressen.</p>
<p>Meine Oma in Ruhla, die Gomma, spielte Zither und als ich noch klein war, sang sie gern: &#8220;Mädel ruck,ruck, ruck an meine grüne Seiheite, ich hab dich gar zu gern, ich kann dich leiheide.&#8221; Wo hatte denn meine Großmutter eine grüne Seite?? Was singen die Leute doch nur für einen Quatsch!<br />
&#8220;Im Grunewald , im Grunewald ist Holzaktion&#8221;. Na, das verstand ich schon besser. Man holte sich mit dem Fuhrwerk aus dem Wald einen nummerierten Klafter Holz selbst ab oder ließ ihn sich bringen. Dann kam zu einem vereinberten Zeitpunkt die Kreissäge, fuhr von Haus zu Haus und zerschnitt die Stämme in 30 cm lange Abschnitte. Nun brauchte man nur noch einen starken Mann, der mit dem Beil die Scheite hackte. Bei meiner Großmutter war das die Ferienarbeit meines Vaters, und ich stapelte das Holz schön ordentlich an der Wand entlang auf. Zum Feueranmachen wurden dann extra kleine Späne geschnitzt. Heute dreht man an der Heizung &#8230; und warm ist&#8217;s.</p>
<p>Der Stehgeiger im Brunnenraum in Erfurt hatte es mehr mit der Klassik und schmetterte: &#8220;und ich hab&#8217; sie doch nur auf die Schulter geküßt&#8221; . Was sollte das denn, auf den mir bekannten Frauenspersonen pflegte ein Küblerpullover oder eine Strickjacke auf der Schulter zu sein. Oder: &#8220;Die Männer sind alle Verbrecher, ihr Herz ist ein finsteres Loch&#8221;. Sollte man sowas vor einem kleinen Kind singen, mir jagte es Angst ein. Verbrecher wurden derzeit mit Martinshorn und Überfallkommando auf dem Anger gejagt, und ich kam mit meiner Mutter oft in Schießereien und höre noch das Gebrüll: &#8220;Licht aus, Messer raus, Noske kommt mit Handgranaten!&#8221; Das war Ende der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts.</p>
<p>Meine Tante Martha sang gern Lieder aus dem 1.Weltkrieg, etwa: &#8221; &#8230; und ich steckt ihm eine Kanckwurst unter heißen Tränen ein, und ich sprach, mein lieber Junge, nun gedenke Du auch mein.&#8221;Oder: &#8220;Wir sind von flämschen Blut, die Flamen küssen gut, für ein Kommisbrot und einen Franc küssen sie stundenlang.&#8221; Ich stellte mir vor, das etwa stundenlange Gutenachtküsse doch recht langweilig wären. Und aus einer Operette: &#8220;Wir sind die Mädis, die Mädis, die Mädis von Chantant, wir nehmens mit der Liebe  nicht so tragisch.&#8221; Zu sochen Mädis gehörte meine Tante bestimmt nicht, sie blieb bis zum Lebensende Jungfer.<br />
Der große Krieg war ja kaum erst zu Ende gegangen und die Auswirkungen lasteten noch schwer auf den Bürgern, und so erinere ich mich ganz besonders auch an ein Lied:<br />
   &#8220;Schöner Gigelo, armer Gíogelo denke nicht mehr an die Zeiten,<br />
   wo du als Husar, goldverschnürt sogar, konntest durch die Straßen reiten.<br />
   &#8230;schöne Welt du gingst in Fransen, wenn das Herz dir auch bricht,<br />
   zeig ein lachendes Gesicht, man zahlt, und du mußt tanzen.&#8221; <br />
Das war für mich ganz unvorstellbar. Unter einem Gigolo stellte ich mir so &#8216;ne Art Hampelmann vor, an dem man unten zieht und er dann eben hampelt. Aber wie kann die Welt in Fransen gehn, Fransen kannte ich nur an unserer runden Eßtischdecke und der Hängelampe darüber.</p>
<p>Mein Vater war ein begeisterter Sänger. Am Sonntag Vormittag hatte er Zeit und begleitete sich dann gern auf dem Klavier. Gar schaurig erklang dann das Weserlied: &#8220;Hier hab ich so manches liebe Mal mit meiner Laute gesessen&#8221;, und wenn dann kam: &#8220;und unter mir brauset das ferne Wehr und der Weser blitznde Welle&#8221;. da krachte beinahe das Klavier ein, so haute mein Vater auf die Tasten. Melancholischer sang er das Lied vom Feinsliebchen mein unterm Rebendach&#8221;, und ich stellte mir stets einen Regenschirm vor, unter dem das feine Liebchen hocke. Dann schetterte er &#8220;Argonner Wald um Mitternacht&#8221;. Er war zwar kein Pionier gewesen, sondern Ballonaufklärer über den feindlichen Linien im Kampf um Verdun. Sein Lieblingsong war allerdings das Wolgalied: &#8220;Im Feldquartier auf hartem Stein streck ich die müden Glieder,&#8221; und das: &#8220;Du hast im Himmel viel Englein bei Dir, schicke doch eihenen herunhunter zu mir,&#8221; klang echt sehnsüchtig. Vielleicht dachte er da zwar nicht an die Wolga, sondern an die Schützengräben in Flandern.  Zum Abschluß seiner Klaviervorträge sang er dann meist das Lied vom Tom, dem Reimer nach dem Gedicht von Fontane.<br />
Der Reimer Thomas lag am Bach, da sah er eine blonde Frau,<br />
die saß auf einem weißen Roß, und an der Mähne hingen silberfeine Glöckelein. Und wenn dann kam : &#8230; &#8220;und Thom der Reimer zog den Hut&#8221;, dann sagte er &#8220;Guten Abend Herr Gesangverein&#8221;, und klappte den Klavierdeckel mit Schmackes zu. Wie gut kann ich mich daran erinnern. Und wenn dann meine Mutter rief: &#8220;Kannst du mir nicht beim Klößereiben helfen, dann bin ich wieder Kind, ich muß ja gleich die Brotflöckchen rösten.</p>
<p>Die Berliner Lieder von Linke feierten Hochsaison, &#8220;die Berliner Luft, Luft, Luft,&#8221; und &#8220;Schenk mir doch ein kleines bißchen Liebe, Liebe,&#8221;ertönte überall.  Walter Kollo sang :<br />
 &#8220;Warte , warte nur ein Weilchen, bald komt Hamann auch zu dir,<br />
  mit dem kleinen Hackbeilchen macht er Schabefleisch aus Dir.&#8221;<br />
Dann kam die Zeit der Komödien Harmonisten. sie erfreuten die Welt mit &#8220;Veronika, der Lenz ist da&#8221; oder &#8220;Ich hab dir einen Blumentopf bestellt.&#8221; und wir sangen: &#8220;Was machst du mit dem Knie lieber Hans beim Tanz.&#8221;Oder: &#8220;Am Sonntag will mein Liebster mit mir segeln gehn&#8221; Inzwischen war ja das Radio erfunden worden. (1923 kostete die Radiogebühr 60 Goldmark bzw. 780 Millonen Papiermark)1926 war der Funkturm in Berlin fertiggestellt worden, und nun brachte der Deutschlandsender das Zeitgeschehen unter die Leute. Als meine Eltern sich das neue Medium anschafften, war es dann doch ein bißchen preiswerter. Unser Radio bestand aus 4 Teilen. Zunächst gabs da einen Kasten mit den Röhren, dann ein etwa schuhkartonartiges Teil mit vielen Löchern. In diese stöpfelte man nun Bananenstecker, um einen Sender zu suchen. Meist hörte man nur Rauschen und Fiepen. Aus dem Lautsprecher, den man mit einem Kopfhörer verband, ertönte dann  (vielleicht !!) &#8220;Hier ist der Sender Königswusterhausen, se hör&#8217;n de Nachrichten.&#8221; Aber neben den Liedern hörte ich auch voller Begeistrung Autorennen mit Rosemeier und Caratcciola, was dann nur so in den Ohren heulte. Übrigens war ich 1936 mit meinen Eltern zur Funkausstellung in Berlin. Man konnte die ersten Fernseher bestaunen. Die allgemeine Meinung war: &#8220;Son neumodischer Unsinn setzt sich nicht durch, sowas brauchen wir nicht.&#8221;<br />
In der Schule sangen wir: &#8220;Sah ein Knab&#8217; ein Röslein stehn&#8221; wo ich mir anfangs immer ein Rößlein vorstellte, da doch eine Blume nicht stehen konnte. In höheren Klassen sang man  dann: &#8220;All mein Gedanken, die ich hab, die sind bei Dir.&#8221;( In dem Alter gut geeignet.)</p>
<p>Erfurt war Garnisonstadt und jedes Jahr feierte das Reiteregiment auf dem Wilhelmplatz großen Zapfenstreich. Ein Posaunenchor stand auf den Domstufen und spielte: &#8220;Wir treten zum Beten vor Gott den Gerechten&#8221; und in schnurgeraden Reihen standen die Pferde, ihre Reiter präsentiertem das Gewehr und eine tausendfache Menschenmenge sang aus voller Kehle.<br />
Da hab ich den 86 jährigen alten Mackensen gesehen. in voller Husarenuniform des 1.Leibregimentes stieg er die vielen Stufen zum Dom hinauf, stieß seinen Säbel auf den Boden und sagte: &#8220;Diesen Felsen wird er nicht erobern.&#8221;<br />
Später habe ich auch einmal auf den Domstufen gesungen. Erfurt ist ja eine Lutherstadt, und so wurde zu Martini stets ein Sternenmarsch veranstaltet, und aus allen Ecken der Stadt kamen Laternenzüge auf dem Domplatz zusammen. Auf den Stufen standen dann ausgewälte Schulklassen und sangen &#8220;Eine feste Burg ist unser Gott&#8221; und Abertausend stimmten im Licht der Fackeln und Laternen ein. Tja und ich war mit auf den Stufen. Unvergesslich.<br />
Umgedichtet wurde das Lied vom schwarzen Wallfisch . Heißt es doch :<br />
 &#8220;Im schwarzen Wallfisch zu Asgalon da schlug die Uhr halb vier,<br />
da warf der Wirt zu Asgalon den Juden vor die Tür.&#8221; (eigentlich muß es &#8220;den Fremden&#8221; heißen, aber damals begann schon die Hetze.)<br />
Eben sang ich noch im Kornblümchen (dem Kinderclub des Luisenbundes): &#8220;Die Blümelein sie schlafen&#8221;, schetterte ich kurze Zeiz später zur &#8220;heiligen Verleihung des Knotens&#8221; vor einem großen Feuer: &#8220;Flamme empor!&#8221;<br />
Im BDM war ich in der Spielschar und wir sangen unentwegt bei Hochzeiten. Taufen oder zur Jugendweihe, wenn die Jungen ihren Dolch und die Mädchen ein Kochbuch bekamen. Ganz besonders erinnere ich mich, daß wir ein Konzert in der Semper Oper in Dresden gaben, und hinterher durften wir umsonst einer Aufführung des Prinz von Homburg beiwohnen, wobei ich hingerissen von dem jungen damaligen Star, dem Darsteller des Prinzen, war.<br />
Als Backfisch, so hieß das nun mal damals, hatte ich einen Verehrer. Er nervte mich mit dauernden Anrüfen, und aus dem Hörer schallte : &#8220;Hörst du mein heimliches Rufen?&#8221; Ja, ja, ich hörte es.<br />
Die Zeit der Kampflieder begann: &#8220;Unsre Fahne flattert und voran, unsre Fahne ist die neue Zeit &#8230;führt uns in die Ewigkeit &#8230; ja die Fahne ist mehr als der Tod.&#8221;<br />
Wie heißt es so schön?: &#8220;Im tiefen Keller sitzt ich hier bei einem Becher Rebensaft, aber es war Krieg, ich studierte in Leipzig und saß mit einer Freundin in Auerbachs Keller bei einem Glas voll Himbeersaft.&#8221; Es hieß: &#8220;Bomben, Bomben, Bomben auf Engeland.&#8221; Von Bomben auf Deutschland war nicht die Rede.<br />
Als dann die erste Bombe auf Leipzig fiel, war das für die Bewohner eine Sensation, und viele kamen am nächsten Morgen und bestaunten die qualmende Ruine. Am Abend nahm mich ein guter Bekannter mit zu einem Kommerz seiner damals streng verbotenen Verbindung. Wir feierten in einem Weinkeller und sangen aus voller Brust : Gaudeamus igitur iuvenes dum suhumus!&#8221;, was ja das Recht der Jugend auf Leben besingt. Kurze Zeit später war mein Begleiter gefallen.<br />
In Geschichte haben wir viel über die Goten gehört, so daß mich dieses Lied besonders beeindruckte:<br />
  &#8220;Gebt Raum ihr Völker unsrem Schritt, wir sind die letzten Goten.<br />
   Wir tragen keine Schätze mit, wir tragen einen Toten.&#8221;<br />
Unsere vielen tausende Toten konnten nicht heimgetragen werden.</p>
<p>In allen kriegsführenden Ländern stand Lilli Marlen unter der Laterne und sang sehnsüchtig für Freund und Feind.<br />
Und wenn wir im Grüppchen im Bunker unter dem Kaßberg  saßen , zusammengefercht mit ein paar tausend zitternden Menschen, dann grölten wir: &#8220;Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord.&#8221; Das half ein bißchen, die Angst zu besiegen. Noch immer hieß es: &#8220;Wir werden weiter marschieren, wenn alles in Scherben fällt, denn heute hört uns Deutschland und morgen die ganze Welt.&#8221; Nun ja, sie haben es erreicht, und man konnte nur noch singen : &#8220;Ach, du lieber Augustin alles ist hin.&#8221;.</p>
<p>Dann war der Krieg endlich zu Ende. Unser Haus lag in Trümmern, meine Mutter war im Massengrab verscharrt, mein Vater in Gefangenschaft und mein Freund in den letzten 1o Tagen des Krieges vom Amerikaner als Geißel erschossen worden. Ich wohnte bei meiner Großmutter auf dem Lande, war nun eifrig im Kirchenchor und sang unter Leitung der Frau Pfarrer alte Choräle.<br />
Nun zwitscherte eine Göre &#8220;pack die Badehose ein&#8221; Dazu mußte man erst einmal eine haben, meine war unter Trümmern verbrannt. Also hab ich mir aus alten Wollresten eine soche  selbstgestrickt, und als ich aus dem Wasser kam, war sie 4 Nummern zu groß und schlotterte um mich herum. Peinlich.<br />
Rühmann sang &#8220;Lalelu&#8221; und &#8220;das kann doch einen Seemann nicht erschüttern.&#8221; Hans Albers schwärmte von der Reperbahn. Die Deutschen wollten leichte Sachen, Grauen und Heldentum war genug gewesen.</p>
<p>Einmal habe ich im kleinen Kreis mit Klavierbegleitung gesungen: &#8220;J&#8217;attendrez le jour et la nuit j&#8217;attendrez toujour ton retour.&#8221; Der Beifall war mäßig, und ich dachte voller Grausen an die Bemerkung einer lieben Mitschülerin: &#8220;Du singst doch nur schiefe Töne.&#8221; Peng!<br />
Dann kam Amerika mit seinem Jazz, schon während der letzten Kriegsjahre<br />
mit großer Vorsicht ganz heimlich auf geschmuggelten Platten gehört,<br />
und ich schmolz dahin dahin unter Armstrongs &#8220;what a wonderful World&#8221;. Die Beates eroberten die Welt, und wir tanzten mit unseren kleinen Kindern in Reih und Glied nach den Klängen unseres winzigen Plattenspielers &#8220;Lady Madonna&#8221; und &#8220;Yesterday&#8221; singend und rockend durchs Wohnzimmer.<br />
An einen Moment , ein paar jahre später, kann ich mich noch so erinneren, als sei es gestern gewesen. Es war ein strahlender Sommertag, wir waren mit den Kindern  auf der Heimfahrt vom Schwimmen. Wir fuhren gemächlich durch eine satt grün geäumte Allee und sangen alle Sechse lauthals: &#8220;Über den Wolken muß die Freiheit wohl grenzenlos sein&#8221; und ein ganz strarkes Glücksgefühl durchströmte mich.<br />
Schließlich haben wir nun den Rapp, der mir nicht mehr sonderlich sympatisch ist. Weltverbesserung durch hektisches Gerede und häufig dümmliches Gereime ist keine Musik.<br />
Neulich bei der Syvesterfeier meiner Tochter haben wir alle aus voller Kehle: &#8220;Ich war noch niemals in New York&#8221; gekreischt, (in Clingen, dem Dorf meiner Ahnen, würde man sagen &#8220;gekrischen&#8221;).<br />
Und wenn die Enkel meiner Kinder so alt sind, wie ich es jetzt bin, singen sie vielleicht: &#8220;Ich war noch niemals auf dem Mond, oder dem Mars oder im Wolkenkuckuksheim. Und nun;<br />
                                                &#8220;Guten Abend Herr Gesangsverein!&#8221;</p>
<p>p.s. Nanu. Hab ich den Deckel nicht richtig zugeknallt? ich höre ein Stimmchen:&#8221;Trink&#8217; mer noch&#8217;n Tröpfchen, trink&#8217; mer noch&#8217;n Tröpfchen aus dem kleinen Henkeltöpfchen.<br />
Oh Susanna, wie ist das Leben doch so schön!&#8221;<br />
                                                    Na, denn Prost !!!</p>
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		<item>
		<title>Mord im blauen Haus.</title>
		<link>http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/2013/09/23/mord-im-blauen-haus/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Sep 2013 13:38:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Märchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mord im blauen Haus ?? ( Ein mysteriöser Fall aus dem alten Bielefeld.) Geheimnisvolle Geschichten ranken sich seit je um diie alte Schenke in der August-Bebelstraße, und die Nachbarn flüstern mit vorgehaltener Hand und schauen auf die schon lange verklebten Fenster des Gasthofes. Was geht da vor ??? Wir gehen zurück in das Jahr 1933. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mord im blauen Haus ??<br />
( Ein mysteriöser Fall aus dem alten Bielefeld.)<br />
<img alt="Blaues Haus allein" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/09/blaueshausallein.jpg" width="450" height="413" /></p>
<p>
Geheimnisvolle Geschichten ranken sich seit je um diie alte Schenke in der August-Bebelstraße, und die Nachbarn flüstern mit vorgehaltener Hand und schauen auf die schon lange verklebten Fenster des Gasthofes. Was geht da vor ???<br />
Wir gehen zurück in das Jahr 1933.</p>
<p><span id="more-2961"></span>
<p>Die Zeiten sind ruhiger geworden. Die grölenden Protestzüge, die sich vom Kesselbrink her die Kaiserstraße hinaufwälzten und in der Kutscherkneipe zu wilden Handgreiflichkeiten mit blutigen Köpfen und zerschlagenem Mobiliar führten. sind vorbei. Zufrieden schreibt die Volkswacht:</p>
<p><img style="WIDTH: 463px; HEIGHT: 315px" alt="Mord Bielefeld ist rot" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/09/mordbielefeldistrot.jpg" width="450" height="271" /></p>
<p>Paul, ein neuer Wirt, hat das blaue Haus mitsamt 12 schönen, alten Bierkrügen angepachtet (allerdings waren&#8217;s beim Nachzählen nur 11, einer mußte wohl zerdeppert worden sein). Der Laden, den im vorderen Teil des Hauses die tüchtige Frau Matz geführt hatte, existiert nicht mehr, und der kleine Vorgarten wurde zur Verbreiterung der Straße von der Stadt aufgekauft, sie heißt jetzt Horst Wesel-Straße.<br />
Die größer gewordene Gaststätte trägt nun den Namen &#8220;Hohenfelder Hof&#8221; und der Wirt, der seinen Gästen im Sommer auch ein kühles Bier im Grünen bieten möchte, ist gerade dabei, hinter dem Haus eine Grube für ein Lindenbäumchen auszuheben, als er plötzlich schreckensbleich aufschreit. Eine Hand strekt sich ihm aus der Tiefe entgegen!!!</p>
<p><img alt="Mord Hand" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/09/mordhand.jpg" width="450" height="325" /></p>
<p>Aufgeregt gräbt er weiter. Das ausgebuddelte Gerippe hat noch die verweste Schankschürze um das, was mal Bauch gewesen ist, und am Hosenbund hängt eine Kette mit dem Schlüssel zum Bierkeller.<br />
Der Nachbar, der nebenan gerade seinen Hof kehrt, hört den lauten Schrei und eilt herbei. Auch ihm gruselt. Doch dann erzählt er die alte Geschichte, die man sich im ganzen Viertel immer zugeraunt: &#8220;Kurz nachdem das Haus gebaut worden war, hatte zunächst ein Bäckermeister seinen Laden hier gehabt, dann übernahm ein stattlicher Wirt, sie nannten ihn den &#8220;Dicken Wilhelm&#8221; die Räume und errichtete eine Kneipe für die Fuhrleute, die ihre Pferde hier wechselten. Eines Tages nun, ist dieser mitsamt seinem alten Dobermann und der Kasse auf Nimmerwiedersehn spurlos verschwunden.&#8221; Der Nachbar raunt: &#8220;Mann, ich sage Dir, das hier ist etwas für die Polizei!&#8221;</p>
<p>Und Paul geht zur Polizei. Doch die schließt den Fall kurz ab. Man ist zur Zeit daran interessiert, die Zuchthäuser mit anderen Menchen zu füllen<br />
Die „Volkswacht“ war von den Nazis verboten worden, der Chefredakteur sitzt in Amsterdam im Exil. Jetzt gib’s die „Freie Presse“, und man liest:<br />
„Unfall oder Mord ? Bei Renovierungsarbeiten wurde die Leiche des seit Jahrzehnten vermissten Wirtes vom blauen Hauses in der Horst Wesselstraße, genannt, der dicke Wilhelm, gefunden. Sachdienliche Hinweise erbittet sowohl die Polizei, als auch der Ortsgruppenleiter.“</p>
<p>Der Fall kam zu den Akten, und so vergingen wiederum 70 Jahre. Man schreibt nun das Jahr 2003.<br />
Inzwischen heißt die Horst Wesselstraße, nachdem sie zwischendurch kurz mal wieder des Kaisers Namen tragen durfte, nun August Bebel-Straße.</p>
<p>Es gibt weder die schweren Brauereipferde mehr, die das Bier zum blauen Haus kutschten, noch andere Fuhrwerke, man liefert motorisiert. Der Stall hat ausgedient. Lediglich die Futtertröge und ein altes Kummet erinnern noch an die alten Zeiten.</p>
<p><img alt="Mord Brauereiwagen" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/09/mordbrauereiwagen.jpg" width="450" height="306" /></p>
<p>Der neue Wirt ist sehr einfallsreich. Er engagiert hin und wieder eine Jazz-Kapelle, er arrangiert Ausstellungen und will nun auch im Biergarten seinen Gästen etwas bieten. Seine Idee ist, einen Heizstrahler anzubringen. Also greift er zum Spaten, und wieder passiert etwas Grauenvolles.</p>
<p>Er hebt neben dem großen Torbogen mit der Jahreszahl 189O eine Grube aus, und &#8230;. stößt voller Entsetzen auf ein großes Tierskelett in dessen Rippenbogen sich eine alte Bleikugel verfangen hat. Was kann das bedeuten. Ein Reh hätte man sicherlich gebraten aber nicht vergraben, und wer erschießt einen Hund mit einer dicken Bleikugel? Sollte das etwa Joseph sein, der Dobermann vom alten Wilhelm? Natürlch kennt man die traurige Geschichte, die in der Kneipe immer wieder erzählt wird. Der Wirt berichtet dem freundlichen Wachtmeister, der immer im Winter zum Grünkohlessen kommt, von seiner Entdeckung, und der meldet den Fund seinem Polizeirevier.<br />
Und nun wird die Sache interessant. Es ist das Skelett eines großen Hundes, das man gefunden hat, und mit den heutigen Mitteln ließ sich feststellen, daß die Kugel in seinen Rippen aus einer französischen Vorderlader-Pistole abgeschossen worden war, wie sie Offiziere benutzt haben zu der Zeit, als Bielefeld zum Königreich Westfalen gehörte.</p>
<p><img alt="Mord Pistole" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/09/mordpistole-1.jpg" width="450" height="194" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>So erscheint in der nächsten Ausgabe in der nun aus der Freien Presse hervorgeganenen NW ein großer Aufruf:</p>
<blockquote>
<p>
Achtung !!<br />
Der Polizeipräsident an die Bevölkerung:<br />
1. Wer hat Kenntnis davon, wo in der Zeit um 1811<br />
französische Offiziere als Einquartierung in<br />
Bielefelder Familien gelebt haben?<br />
2. In wessen Besitz befindet sich eine französische<br />
Offizierspistole?<br />
Bitte melden Sie sich umgehend auf dem Polizeipräsidium,<br />
Abteilung Morddezernat.</p>
</blockquote>
<p>
Man hat eine Soko zusammengestellt, und Toni Dingerdissen und Alfred Krause mit der Ermittlung betraut. Die beiden sind nicht entzückt.<br />
„Mensch, das ist vielleicht nen Fall.</p>
<blockquote>
<p>
1890 verschwindet ein Mann mit seinem Hund, spurlos.<br />
1933 wird seine Leiche gefunden, im Hof seines Hauses.<br />
2003 findet man die seines Köters, auch im Hof, und von<br />
1811 stammt die vermutliche Tatwaffe.</p>
</blockquote>
<p>&#8220;Wie soll man da durchfinden. Da kriegste doch die Kriese! Das wird nie aufgeklärt.&#8221; Die Anhörungen beginnen:</p>
<p>
Als Erste meldet sich die 75 jährige Anna. Eifrig berichtet sie:<br />
„Meine Urgroßmutter hat 1811 ein Kind geboren, von einem Franzosen, aber ich glaube, der war nur Corporal. Eine Pistole? Nein, wir haben keine Pistole, mein Mann war Bäcker.“</p>
<p>
Otto Klein vom Hohen Feld kommt mit einer in Zeitung gewickelten Waffe an.<br />
Es ist eine Walther, eine Signalpistole aus dem Jahre 1943. Vielleicht kann er zu Sylvester damit rote Leuchtkugeln schießen. Für den Fall jedoch ist er eine Niete.</p>
<p>
Ein altes Weibchen setzt sich schweratmend auf einen Stuhl, putzt sich dauernd die laufende Nase und rückt nervös an ihrer Brille. Endlich fängt sie leise an zu sprechen:<br />
&#8220;Ich bin als Kind mit der jüngsten Tochter vom Meyerhof zur Schule gegangen, und wir haben oft in der Wassermühle Verstecken gespielt, und da hat mir Amalie erzählt, oder hieß sie Amanda?“ Sie stockt &#8230; „Nee, nee, jetzt bin ich sicher, Malchen hieß sie, sie erzälte also, daß vor langer Zeit einmal große Aufregung auf dem Hof gewesen sei. Eine ganze Mannschaft Polizei hat die Gebäude durchwühlt, angeblich wurde eine Pistole gesucht. sie haben aber nichts gefunden.“<br />
„Sehr interessant, danke.&#8221; und murmelt:&#8221; Bringt echt Null, die Alte hat doch Alzheimer.“</p>
<p>
Als nächste erscheint Margarethe Künsebeck, 84. „O Gott, wieder so ’ne olle Scharteke, haben wir hier nen Mumientreff?“ „Mensch Toni, sei nich albern, ist doch viel interessanter, als wenn Du den ganzen Tag hinter nem Busch hockst und auf Verkehrssünder wartest.“ Doch dann spitzt Toni die Ohren. Die Künsebeck berichtet:</p>
<p>„Ich kann mich noch gut an Onkel Paul erinnern.“ „Wer ist Onkel Paul?“ Na, der Wirt vom blauen Haus. Mein Vater hat mir oft von dem Spruch erzählt, der auf dem grauen Bierkrug stand, in dem er als Kind für Großvater den Abendtrunk holen mußte und meinte, ist doch Quatsch, mein Alter erhälts doch und nicht der liebe Gott.“„Was bekommt der liebe Gott nicht?“ „Na, Hopfen und Malz.&#8221;</p>
<p><img alt="Mord Bierseidel" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/09/mordbierseidel-1.jpg" width="225" height="292" /></p>
<p>
Und dann spricht sie von ihrem Großvater. Wie ihr der, noch als der schon 86 war, immer wieder die Franzosengeschichten erzälte. Und daß sein Bruder, der Jungknecht auf dem Gut Meyer zu Heepen war, einmal beim Pflügen eine Pistole gefunden habe. Er hat sie dann im Dachgebälk der Mühle versteckt. Bald darauf ist er dann mit dem Pferdegeschirr tödlich verunglückt.“ „Vielen Dank Frau Künsebeck, sie haben uns sehr geholfen.“<br />
Freundlich öffnet ihr Alfred die Tür. „Na bitte, ist doch ein Anfang.“<br />
Die beiden Polizisten gehen der Aussage nach und hören, daß in der Familie erzählt wird, ein Knecht solle wohl, als die Wassermühle gebaut wurde, eine alte Waffe zwischen den Dachbalken versteckt haben. Fahrende Zimmerleute machten später Umbauarbeiten. Danach sei die Pistole verschwunden gewesen. Eine von Toni veranlasste Hausdurchsuchung verlief dann auch ergebnislos.</p>
<p>Unerwartet kommen die Ermittlungen einen weiteren Schritt voran. Der Geschichtsslehrer der Obertertia des Rats versucht, der hindösenden Klasse die Zeit Napoleons nahezubringen. „Ja , meine jungen Herren, unsere Stadt war kurze Zeit einmal französisch, und Napoleons Bruder, Jerome, der „König Lustig“ herrschte hier. Ein Dragoner-Regiment lag damals in Bielefeld. Auf dem heutigen Kesselbrink exerzierten die Soldaten, und die höheren Ränge waren bei den angesehenen Bürgern der Stadt einquartiert. Vielleicht hat bei einem Eurer Urgroßväter auch einmal ein französischer Offizier gewohnt.</p>
<p><img alt="Mord König Lustig" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/09/mordkoeniglustig.jpg" width="450" height="305" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Mensch, “ fragt der vorwitzige Lorenz einen Deliussproß auf dem Schulhof „Ihr seid doch Urbielefelder, hat denn bei Euch mal son Franzmann gewohnt?<br />
Und so kam es, daß ein paar Tage später die Polizei ein vergilbtes Hausbuch auf dem Tisch liegen hat, alte Notizen der Familie Delius, und darin steht in akkuratem Sütterlin eingetragen:</p>
<p>„3.Mai 1811. Der Stadtkommandant hat angeordnet, daß ein fran- zösischer Offizier bei uns einquartiert werde.“ Und etwas später ist vermerkt: „Sehr peinlicher Vorfall, der Lieutenant-Colonel ist bei einem seiner wilden Ausritte seiner Pistole verlustig geworden. Es ist zu hoffen, daß dies unserer Reputation nicht abträglich sei.“</p>
<p>„Na ja, dann kann sie ja wirklich der Knecht gefunden und in der Mühle versteckt haben. Aber nun wissen wir noch immer nicht, was mit dem Wirt war. Wieso erschießt einer den Hund, und der Mann bricht sich’n Hals?“ Toni unterbricht die Grübeleien seines Kollegen. „Was haben die’n damals eigentlich mit Wilhelm seiner Leiche gemacht?“ Krause zuckt mit den Schultern: „Vielleicht hat ihn son Doktor mal angeguckt, und dann isser vor den Mauern auf dem Armenfriedhof wieder verscharrt worden. Irgendwelche Angehörige oder Freunde hatten sich ja nicht gemeldet.“ „Ja, ja, ich glaub’, der war aus Böhmen.“<br />
„Na, wenn Egon damals schon Gerichtsmediziner gewesen wäre, der hätte ihn sich sicher richtig vorgenommen.“ „Denkste, der hätte allenfalls seine Promille im Blut gemessen, und dann gemeint, er könne im Suff gefallen sein, also &#8216;n Unfall.“ „Und dann hat er sich selber eingebuddelt !! Du Spinner.“<br />
„Hör mal, der dicke Wilhelm verschwand doch zur gleichen Zeit, als die Zimmerleute bei Meyer zu Heepen die Umbauarbeiten gemacht haben.<br />
Da könnte doch einer, der auf der Walz war, dort mitgearbeitet haben, die Pistole entdeckt und in sein Felleisen gestopft haben und dann verschwunden sein?“ „Mensch, wie willste das nachweisen, nach über 100 Jahren?“<br />
Trotzdem machen sich die beiden Beamten noch einmal auf den Weg zum Heeper Meyer. Und tatsächlich finden sie in den alten Bauakten eine Notiz, welche Firma damals die Zimmerarbeiten ausgeführt hat. Einer der jungen Leute aus der Zunft war aus Sachsen. Leider ergab eine Nachfrage bei der Zimmermannszunft in Dresden keinen Hinweis. Die alten Aufzeichnungen sind bei dem Bombenangriff alle verbrannt.-<br />
„So Alfred, jetzt können wir die Akten eigentlich schließen. Was damals wirklich im blauen Haus geschehen ist, läßt sich wohl nicht mehr aufklären, und selbst, wenn der Staatsanwalt uns hundertmal tritzt, „meine Herren, ich brauche Ergebnisse, wie es ja auch in den Fernsehkrimis immer so schön heißt.“</p>
<p>A propos Fernsehen. Wochen später klönen die „beiden Herren“ an einem freien Abend bei Toni in der Bude. Sie planen für Sonntag einen Familieausflug „Mach mal den Fernseher an, mal sehen wie’s Wetter morgen wird.“ Doch in der Glotze sitzt gerade ein Künstlerkopf und moderiert in der Wiener Hofburg die Sendung „Kunst und Krempel“. Eine wohlsituiert aussehende alte Dame tritt an den Tisch. Die obliogate Frage: „Na, was bringen Sie uns denn da? Oh, ein außerordentlich schönes Stück. Das ist eine alte, reich verzierte Offizierspistole aus der Zeit Napoleons. Gut erhalten, aber nicht mehr funktionsfähig, das Steinschloß wurde unbrauchbar gemacht. Wo haben Sie die denn her?“ “Mein Großvater hat sie mir an meinem 12. Geburtstag geschenkt, weil ich sie immer so bewundert habe. Er hat aber dazu gesagt, ich dürfe sie nur ansehen und nie damit spielen. Nun, mein Vater hat sie mir dann aber gleich weggenommen und wieder versteckt. Denn die Amis verboten ja damals 1945 jeden privaten Waffenbesitz in Wien. Ich habe sie jetzt in seinem Nachlass wieder-gefunden.“ „So, dann halten Sie sie mal schön in Ehren. Aber nanu, was ist denn das? In dem Lauf steckt ja etwas. Der Kunstsachverständige zieht vorsichtig ein altes, vergilbtes Papier hervor. Liest, und meint dann: „Ich glaube, Sie sollten damit zur Polizei gehen.“</p>
<p>Dingerdissen und Krause sind von ihren Stühlen aufgesprungen. „Mann, wir rufen sofort den Sender an!“ Und tatsächlich bekommen sie Namen und Adresse der alten Dame aus Wien. In der Nacht wollen sie nicht stören, aber am nächsten Morgen hängen sie sofort am Telefon. Und dann erreichen sie, daß die Frau ihnen vorliest, was auf dem Zettel steht.</p>
<p>&#8220;Mein Leben geht bald zu Ende und ich möchte nicht mit meiner großen Schuld ins Grab gehen. In meiner Jugend war ich unbesonnen, trieb mich viel in der Welt herumdurch und soff gerne mit meinen Kumpanen. Einmal war ich in Westfalen für einen Bau angeheuert. Ich sah im Dachstuhl eine Pistole, die mich so anlächelte, daß ich nicht widerstehen konnte, sie mitzunehmen. Nach Feierabend, obwohl schon viel getrunken, hatte ich noch immer großen Durst, klopfte an die schon verriegelte Schenkentür des blauen Hauses. Der Wirt meinte, einen ehrbaren Gesellen vor sich zu haben, er ließ mich ein und zapfte mir ein Bier. Doch dann wurde ich übermütig, wollte mehr, wollte Geld!! Ich war im Rausch. Der gemütliche, dicke Wirt schien mir kein Gegner zu sein, sein Hund lag friedlich in der Ecke.<br />
Plötzlich kam es zu einer Rangelei und der Wirt schlug rücklings mit dem Genick gegen die Thekenkante und war tot. Der alte Dobermann schoß mit gefletschten Zähnen auf mich zu. Aus Angst, daß sein wütendes Bellen gleich die Nachbarn anlocken würde, ergriff ich einen Krug und schmetterte ihn gegen das Tier, doch der ließ nicht von mir ab. Da zückte ich die Pistole und schoß ihn in die Rippen. Noch ein letztes Jaulen und er lag tot neben seinem Herrn.<br />
In Panik vergrub ich an zwei Stellen im Hof die beiden Leichen. Dem Hund warf er noch den zerschetterten Krug hinterher. Dann entfernte ich sorgfältig alle Spuren und &#8230; flüchtete in dunkler Nacht nach Oesterreich. Die Pistole hat mir nur Unglück gebracht. Ich gebe sie daher in die unschuldigen Hände meiner Enkelin und hoffe, daß mir Gott verzeiht.&#8221;</p>
<p><img alt="Mord Hund tot" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/09/mordhundtot.jpg" width="450" height="263" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Als die Hundegrube wieder zugeschüttet wurde, fand man in der ausgeschaufelten Erde noch einen fein zisilierten Deckel eines Kruges, und an dem Henkel hing ein Stück Ton mit der Aufschrift „Gott erhalt’s<br />
Nun sind die Akten endgültig geschlossen.</p>
<p>
p.s. Sollte der nächste Wirt auch einmal im Hof buddeln und einen alten Schweinekopf finden, so wird daraus keine Strafsache werden. Gab es früher doch eine schmale Treppe von der Küche zum Keller, in der ein Metzger die Schweine schlachtete.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>p.s.2 Hmm, ist das nun ein Märchen oder ein Krimi??</p>
<p>Mit einem ganz Großen möchte ich sagen:</p>
<p align="center"> Es ist Dichtung und Wahrheit!</p></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Blaukäppchen und der Fuchs .</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Jun 2013 14:31:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Märchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ihr kennt sicher alle das Märchen vom Rotkäppchen und dem Wolf, von dem lieben Mädchen, das seine Großmutter im Wald besuchen wollte, vom Wolf gefressen und vom Förster wieder befreit wurde. Da will ich Euch nun die Geschichte vom Blaukäppchen erzählen. Am Rande der Großstadt, nahe der Heeper Fichten lebte in einem alten Wohnwagen ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="Blaukäppchen Titel" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/06/blaukaeppchentitel.jpg" width="450" height="143" /></p>
<p>Ihr kennt sicher alle das Märchen vom Rotkäppchen und dem Wolf, von dem lieben Mädchen, das seine Großmutter im Wald besuchen wollte, vom Wolf gefressen und vom Förster wieder befreit wurde.<br />
Da will ich Euch nun die Geschichte vom Blaukäppchen erzählen.</p>
<p>Am Rande der Großstadt, nahe der Heeper Fichten lebte in einem alten Wohnwagen ein junges Mädchen. Ihr Vater hatte die kleine Familie seit langem verlassen, und die Mutter war vor Kummer eine Trinkerin geworden. So hatte sich die Tochter mit Gleichgesinnten zu einer Jugendbande zusammengeschlossen. Ihre Behausung war knallrot angestrichen und mit Sprüchen verziert. Etwa: „Eltern sind Spinner!“ oder „Es lebe die Freiheit“ und „nieder mit den Bullen“. Besonders groß prangte da: „Tod allen Lehrern.“</p>
<p align="center"><img alt="Blaukäppchen mit Bulli" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/06/blaukaeppchenmitbulli.jpg" width="450" height="332" /></p>
<p>
Das Mädchen trug einen Mini-Minirock, alte Springerstiefel und auf dem Kopf tief und schief ins Gesicht gezogen eine blaue Baskenmütze. Deshalb wurde sie von ihren Kumpanen nur „Blaukäppchen“ gerufen. Die jungen Leute lebten von kleinen Betrügereien und Diebstählen. Die Jungen verscherbelten geklaute Autos, und die Mädchen machten sich gern an alte, reiche Männer heran. So lebten sie ihr eigenes Leben und fanden es gut.</p>
<p>Nebenan in dem kleinen Wäldchen lebte eine Füchsin mit vier Jungen in ihrem Bau. Blaukäppchen hatte das Tier schon oft gesehen, wenn es auf der Suche nach Nahrung die Schonung durchstreifte, stets vorsichtig witternd, daß keine Gefahr drohe. So war auch dem Fuchs das Mädchen vertraut, sie schien ungefährlich, sie trabte nur täglich so komisch durch den Wald und nannte das Joggen.</p>
<p>Wieder einmal plante Blaukäppchen einen Diebeszug in die Stadt, denn die Klieke wollte am Wochenende ein Spießbratenessen veranstalten. Sie hatte sich einen bösen Plan ausgedacht.</p>
<p>Da ging sie in den Wald und rief: „Fuchs, Du kennst mich doch gut, wir sind doch alte Freunde. Hast Du nicht Lust, einmal mit in die große Stadt zu kommen? Wir könnten mal ins Kino gehen, oder einfach ein bißchen shoppen, komm doch mit.“ Der Fuchs überlegte. Hier draußen war es ja wirklich auf die Dauer recht langweilig, und ein kleines Abenteuer wäre eine nette Abwechslung. So zogen die Beiden los. Unterwegs führte das Mädchen den Fuchs zu einer Lichtung, auf der eine Menge Heidenbeersträucher wuchsen mit großen prallen Früchten.</p>
<p align="center"><img alt="Blaukäppchen in Blaubeeren" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/06/blaukaeppcheninblaubeeren.jpg" width="450" height="381" /></p>
<p>
„Schau Fuchs, welch köstliche Beeren, Du solltest sie kosten, sie schmecken vorzüglich. Friß Dich erst einmal richtig satt. Ich gehe voraus, und wir treffen uns am Laden von Fleischermeister Schmidtchen.<br />
Der Fuchs ahnte nicht, was Blaukäppchzen Böses im Sinn hatte. Kaum war sie in der Stadt, schlich sie sich in den Metzgerladen und wartete. Endlich bot sich eine gute Gelegenheit. Der Meister ging in den Kühlraum, um ein neues Filet zu holen, und &#8230; schmupp !! schon hatte Blaukäppchen eine große Kalbskeule in ihrer Plastiktüte verschwinden lassen. Da kam nun der Fuchs, er trat heran und fragte: „Blaukäppchen, warum hast Du Handschuhe an?“ „Damit ich nirgendwo Fingerabdrücke hinterlasse.“ „Blaukäppchen warum hast Du so viele Taschen?“ „Damit ich alles gut verstecken kann.“ „Und warum hast du ein Funktelefon?“ Damit ich die Polizei rufen kann.“ Sprach’s und schrie in das Telefon: „Haltet den Dieb, haltet den Dieb, der Fuchs hat eine Kalbskeule gestohlen.“ Der Meister schlang schnell ein Seil um den Fuchs, damit er nicht entwischen könne. Und wenige Minuten später war die Funkstreife da. „Wer ist der Dieb, wo ist der Dieb,“ fragten sie. „Daaaa“, kreischte Blaukäppchen, „man weiß ja, daß er Gänse stielt, der Fuchs, aber jetzt räubert er auch in der Stadt in den Geschäften.“ „Aber er hat doch nichts bei sich,“ stellt der Pölizist fest. „Natürlich nicht, weil er alles gleich verschlungen hat. Seht doch, sein Maul ist noch ganz rot vom Blut.“ Da legten sie dem Fuchs Fesseln an und wollten ihn abtransportieren.</p>
<p align="center"><img alt="Fuchs beim Fleischer" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/06/fuchsbeimfleischer.jpg" width="450" height="359" /></p>
<p>
Dreist meldete sich Blaukäppchen: „Ich will keinen Dank dafür, daß ich einen Dieb gestellt habe, aber wenn ihr mir seinen Pelz geben wollt, nehme ich ihn gerne an.“ Da wurde der Fuchs sehr zornig, riß sich mit letzter Kraft los, sprang die Verleumderin an und zerbiß mit einem Ruck ihre Plastiktüte, Bautz !!! Da plumste die Kalbskeule heraus. Und nun legte man der richtigen Diebin die Handschellen an. Und anstatt zu ihrem roten Mobil zur Grillparti zu gehen fuhr Blaukäppchen nun mit der „grünen Minna“ ins Gefängnis. Der Fuchs aber trabte zu seinen Jungen zurück und ist nie wieder in die Stadt gegangen.</p>
<p align="center"><img alt="Blaukäppchen grüne Minna" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/06/blaukaeppchengrueneminna.jpg" width="450" height="332" /></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Adam und Eva, oder die Rathausgeister.</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 14:48:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Märchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Bielefeld nach der Zusammenlegung von Alt &#8211; und Neustadt zu einem ansehnlichen Städtchen herangewachsen war, da wollten die Bewohner auch ein ansehnliches Rathaus haben. Und so wurde schon im 13. Jahrhundert auf dem alten Markt, dort wo heute das kleine Theater steht, ein solches gebaut. Auf seinen Grundmauern im Kellergeschoß begann man eine Erweiterung, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="center">
<p><img style="WIDTH: 370px; HEIGHT: 100px" alt="Adam und Eva Titel" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/05/adamundevatitel..jpg" width="450" height="139" /></p>
<p>Als Bielefeld nach der Zusammenlegung von Alt &#8211; und Neustadt zu einem ansehnlichen Städtchen herangewachsen war, da wollten die Bewohner auch ein ansehnliches Rathaus haben. Und so wurde schon im 13. Jahrhundert auf dem alten Markt, dort wo heute das kleine Theater steht, ein solches gebaut. Auf seinen Grundmauern im Kellergeschoß begann man eine Erweiterung, die 1560 vollendet wurde. Es entstand ein prächtiger Bau, der Stolz der Bürger.</p>
<p align="center"><img style="WIDTH: 317px; HEIGHT: 399px" alt="Bi altes Rathaus" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/05/bialtesrathaus.jpg" width="450" height="706" /></p>
<p><span id="more-2935"></span>
<p>Dort saß nun der Rat der Stadt, der Jahrhunderte lang aus 13 Personen des Stadtadels bestand, die ihre geheimen Ratssitzungen abhielten. Einen Haushaltplan kannte man damals noch nicht. Die eingezogenen Steuergelder wurden in einer Kanne gesammelt, von zwei Kämmeren überwacht und dann für erforderliche Projekte ausgegeben. War das Geld alle, so konnte eben nichts repariert werden. Daneben gab es noch Lohnherren, die Gelder aus der Bier- und Weinsteuer oder kleinere Strafgelder eintrieben.<br />
Verordnungen, die die alltäglichen Bedürfnisse und Sitten der Bürger betrafen, wurden in sogenannten Bürgersprachen auf dem Markt verkündet. Die Anwesenheit war Pflicht und wurde bei Nichtbeachtung mit 5 Pfennig Strafzahlung geahndet. Reglementiert wurde besonders auch das Privatleben, etwa die Kleidung, die Speisen bei Festen, die Sonntagsruhe und anderes.<br />
Es gab den Stadtrichter und seine Schöffen, die. als sich das römische Recht noch nicht durchgesetzt hatte, das Urteil auf Grund der Entscheidung angesehener Männner aus dem Rat fällten.<br />
Es gab Stadtschreiber und Stadtdiener, die für Sauberkeit, Feuer usw. verantwortlich waren.<br />
Sie alle hatten ihren Sitz in dem kleinen Rathaus, und jeder, der ein- und ausging. wurde überwacht von dem über der großen Eichentür in Stein gehauen Relief von Adam und Eva.</p>
<p align="center"><img style="WIDTH: 346px; HEIGHT: 517px" alt="Adam Eva" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/05/adameva.jpg" width="450" height="596" /></p>
<p>
Doch Bielefeld wurde größer und größer, zur Verwaltung der Stadt brauchte man viel mehr Menschen. Da reichte der Platz im alten Rathaus nicht mehr aus. Und so wurde 1904 das neue Rathaus bezogen.</p>
<p align="center"><img style="WIDTH: 414px; HEIGHT: 347px" alt="800px-Bielefeld-Eugen-Felle" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/05/800px-bielefeld-eugen-felle.jpg" width="450" height="371" /></p>
<p>Das Rathaus bevor die Bomben kamen .</p>
<p>
Auch dieses Gebäude ist reich verziert mit Zinnen und Türmen und steht in seiner Pracht dem Crüwellhaus nicht nach. Und diesmal beschützt neben dem Tor eine kleine Engelsputte das neue Haus. Sie wiegt das Modell des Baues wie ein Kindlein im Arm.</p>
<p align="center"><img style="WIDTH: 389px; HEIGHT: 599px" alt="rathausputteaussen05" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/05/rathausputteaussen05.jpg" width="450" height="824" /></p>
<p>Auch im Inneren des Rathauses wimmelt es von kleinen Engelchen.<br />
Aber auch einen kaiserlichen Beschützer hatte man dem neuen Haus zugesellt. Leider schien der dafür nicht sehr geeignet, denn schon nach kurzer Zeit zerbröselte er einfach.</p>
<p align="center"><img style="WIDTH: 451px; HEIGHT: 510px" alt="Kaiserdenkmal" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/05/kaiserdenkmal.jpg" width="450" height="642" /></p>
<p>Geblieben ist das schöne Eingangsportal.</p>
<p align="center"><img alt="Rathaus Tot neu" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/05/rathaustotneu.jpg" width="450" height="486" /></p>
<p>Im Krieg lagen große Flächen Bielefelds in Trümmern. auch das Rathaus war schwer beschädigt und verlor seinen großen Turm.<br />
Nach 1945 wurden die Bombenschäden beseitigt, das Rathaus war geschrumpft. Und so wurde gleich wieder ein neuer Anbau gestartet.</p>
<p align="center"><img alt="Rathausmit Hocker" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/05/rathausmithocker.jpg" width="450" height="360" /></p>
<p>Doch nun bewachte diesen kein himmlischer Schutzengel. Es saß ein armer Bürger auf em großen Platz. Er wußte nicht mehr, wo ihm der Kopf stand, denn man hatte ihm seines letzten Hemdes beraubt. Ob das wohl gut ging?</p>
<p>Und richtig, es dauerte nicht lange, und das Rathaus war wiederum zu klein.<br />
Nun, 2013, baut man einen neuen Klotz. Ich würde als Symbolfigur vorschlagen ein rundes niedliches Sparschweinchen, das Durchfall hat.</p>
<p align="center"><img alt="Schwein mit Bürgermeister" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/05/schweinmitbuergermeister.jpg" width="450" height="319" /></p>
<p>Aber was lese ich denn da gerade in der Zeitung??? Man hat ja schon wieder zu klein geplant und 300 Leute finden keinen Platz mehr für ihren Schreibtisch .</p>
<p>Die Rathausgeister aber schweben rastlos durch Bielefeld. Neulich bot sich mir doch im Grün vor dem Museum dieser Anblick:</p>
<p align="center"><img alt="Blatt Quader mit engelund Hocker" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/05/blattquadermitengelundhocker.jpg" width="450" height="381" /></p>
<p>Das Engelchen hatte die Pläne vom alten Rathaus in der Hand und meinte: &#8220;Ich hab mal nachgerechnet, diese Quader sind damals beim Bau übrig geblieben, und ein findiger Kopf hat ein gutes Geschäft damit gemacht.&#8221; Die neuen, kahlen Gebäude gefallen ihr übrigens garnicht, sie meint: &#8220;Die haben keine Seele!&#8221;<br />
Und der Hocker brummte: &#8220;Ich muß mich mal von dem Rummel erholen. Immerzu werde ich angeödet, ob ich eine Jogaübung sei, oder eine Reklame für Kopfschmerzmittel. Ich glaube, ich bin die Leihgabe einer Uni, um den Medizinstudenten zu zeigen, wie man einen ausgerenkten Halswirbel stabilisiert.&#8221;</p>
<p>Doch auch die beiden uralten Symbolfiguren leben noch immer unerkannt in userer Mitte.<br />
Adam ist aus Sehnsucht nach seinem Garten Eden zu den Grünen gegangen und arbeitet hin und wieder im Botanischen Garten. Er will eine Plantage Paradiesäpfel anlegen.</p>
<p align="center"><img style="WIDTH: 473px; HEIGHT: 392px" alt="Adam Gärtner" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/05/adamgaertner.jpg" width="450" height="368" /></p>
<p>Eva hab ich neulich im Ishara gesehen. Ihren alten Schlüpfer hatte sie gegen einem schicken Bikini getauscht. Die Schlange hat sich ins Land der Sagen zurückgezogen. Sie wird nicht mehr als Lehrmeisterin der Verführungskünste gebraucht, das kann jede Frau heute selbst.</p>
<p align="center"><img alt="Eva" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/05/eva.jpg" width="450" height="363" /></p>
<p align="center">
<p>Das museumsreife Portrait, das ehemals über dem Eingang des alten Rathauses die Läufe der Zeit überwachte, wird irgendwo im neuen Rathaus aufbewahrt. Vielleicht findet man es ja im Keller, wenn dieser mal wieder zu einem Lokal umgebaut wird.</p>
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		<title>Cl..Der Untergang der Krebse .</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Apr 2013 20:34:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Märchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war einmal ein armer Jüngling, der hatte wunderschöne goldene Haare, und man nannte ihn darob den Goldmann. Er lebte als Knecht bei einem Bauern, tat redlich seine Arbeit und kannte sich in Stall und Feld gut aus. An den Fischtagen aber, also am Mittwoch und Sonnabend, saß er an der Helbe und angelte. Zwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="Krebs Titel" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/04/krebstitel-4.jpg" width="450" height="217" /></p>
<p>Es war einmal ein armer Jüngling, der hatte wunderschöne goldene Haare, und man nannte ihn darob den Goldmann. Er lebte als Knecht bei einem Bauern, tat redlich seine Arbeit und kannte sich in Stall und Feld gut aus. An den Fischtagen aber, also am Mittwoch und Sonnabend, saß er an der Helbe und angelte.<br />
Zwischen Wasserthaleben und Clingen war die Helbe besonders reich an Weißfischen, jedoch auch Aale gab es im sonnigen Hauptarm vor der Teilung am großen Wehr. Im Winter suchte dort ein Eisvogel sein Fut­ter, und weiter flußaufwärts gaben sich die Fischreiher ein Stelldichein.</p>
</p>
<p align="center"><img alt="KrebsWasserthaleben Wappen" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/04/krebswasserthalebenwappen.png" width="225" height="261" /></p>
<p align="center"> Wapppen von Wasserthaleben.</p>
<p align="center">
<p><span id="more-2919"></span>
<p>Wieder einmal saß Goldmann mit der Angel am Ufer, mußte doch sein Herr zwei Stäbchen der Ausbeute dem Fürsten nach Sondershausen liefern, aber heute wollte so recht kein Fisch anbeißen. Wie er nun so saß und sann und dem plät­schernden Bach nachschaute, da sah er auf einmal ein klei­nes Tier im Wasser, das ganz und gar golden war. Es war der König der Krebse. Schon wollte er ihn greifen, da hör­te er eine tiefe Stimme sagen: “Halt ein mein Sohn</p>
<p align="center">Du mich verschone,<br />
ich Dich belohne.</p>
<p>
Der Jüngling hielt erschrocken inne, und der Krebs sprach weiter:<br />
Der Wünsche drei</p>
<p align="center">
hast Du nun frei.<br />
Da schrie Goldmann:</p>
<p>
“Ich möchte, daß die Fische nun endlich anbeißen, damit ich die Abgabe an den Fürsten erbringen kann.” So war der erste Wunsch gesprochen, und siehe, noch ehe er sich einmal gedreht, kamen Schwärme von Weiß.-fischen ange­schwommen und hängten sich wie von selbst an die Angel.<br />
Ein Jahr war vergangen , und Goldmann saß wiederum am Helbestrand,<br />
als der Krebs zum zweitenmal kam.<br />
“Ach, ich wäre so glücklich, wenn ich ein liebes Mädchen fänd, sagte der Jüngling.” Ich werde Dir meine Tochter geben,” erwiderte der Krebs und verschwand. Und plötzlich stieg ein zierliches Mägdlein aus dem Bach und ihr Haar, ebenso golden wie das des Mannes, umkränzte ihren Kopf wie ein Krönlein.</p>
<p align="center"><img alt="Krebs Tochter erscheint" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/04/krebstochtererscheint-1.jpg" width="450" height="301" /></p>
<p>Ein Jahr lang lebten die beiden zusammen glücklich und zufrieden.Doch als er seinen dritten Wunsch tun durfte, da gierte es Goldmann nach Macht und Reichtum. Der Krebs sprach:<br />
“Zupfe Dir ein Haar, und Du wirst haben, was Du begehrst. Aber hüte Dein Herz und Deine Seele, sonst wirst Du Verderben bringen über uns alle.”<br />
Da zupfte sich der Goldmann ein Haar aus, und es verwandelte sich sogleich in einen Taler. Und er zupfte und zupfte und zupfte und die Taler häuften sich.</p>
<p align="center"><img alt="Krebs Bach (2)" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/04/krebsbach2.jpg" width="450" height="300" /></p>
<p>Da sah der Krebskönig das Unheil voraus. Augenblicklich verblaßte seine goldene Haut und färbte sich braun und scheckig. Dämmerung legte sich über die Helbe und der Davonlaufende hörte eine krächzende Stimme:<br />
„Oh, du törichtes Menschenkind, eile nur hin in Dein Unglück, und wisse, daß es auch das ùnsrige sein wird.“<br />
Der Goldmann wurde ungeheuer reich. Er baute sich am Ufer der Helbe eine große Fabrik, um Zucker zu gewinnen und sein Geld vermehrte sich zu Hauf.</p>
<p align="center"><img alt="Krebs Zuckerfabrik" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/04/krebszuckerfabrik.jpg" width="450" height="299" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Doch er wurde hochmütig und leichtsinnig und ging zu anderen Frauen und hatte seinen Spaß mit ihnen. Seine treue Liebste aber saß zuhause und weinte.<br />
Die Fabrik nun gar vergiftete mit ihren Abfällen das klare Wasser des Baches. Die Fische litten große Not und verendeten. Die Krebse, deren Verbleiben in den Löchern nicht mehr möglich war, zogen aus mit ihren ganzen Familien. Groß – und Urgroßvater und Mütter mit ihren Kindern und Kindeskindern kletterten ans Ufer, wo sie sogleich von den herabstürzenden Raben verzehrt wurden. Sie sind für immer ausgestorben.<br />
Der Goldmann jedoch hatte sich dadurch so großen Unmut bei den Bauern zugezogen, daß auch er um sein Leben bangte, alles verließ, sich fortan Mangold nannte und nach Amerika auswanderte.<br />
Seine Liebste kam in bittere Not. Sie hatte kein Haus und kein Heim mehr und nichts, womit sie ihren Hunger stillen konnte. So stahl sie eines nachts bei einem reichen Bauern ein Ränftchen Brot. Sie wurde erwischt und in den Kerker gesteckt. Dort brachte sie ein totes Knäblein zur Welt und ist zwei Tage später selbst gestorben. Die Kindfau aber wußte zu berichten, daß das Büblein einen goldenen Haarschopf gehabt habe, aber statt des linken Händchens eine Krebszange.</p>
<p align="center">
In der Chronik steht geschrieben:<br />
Ist allhier ein Mägdlein kommen<br />
hat ein Stücklein Brot genommen<br />
hat ein totes Kindlein boren<br />
ist im Turme ganz derfrohren<br />
nun die armen Seelchen hüte<br />
lieber Gott in Deiner Güte.</p>
<p>
p.s. In neuester Zeit hat man mit einigem Erfolg wieder Äschen in der Helbe angesiedelt. Leider sind diesmal die Komorane, die im Winter ihren Hunger hier stillen, die große Sorge.</p>
<p align="center"><img alt="Krebs Komeran groß" src="http://xn--mrchenfrbielefeld-qqb67b.de/wp-content/uploads/2013/04/krebskomerangross-1.jpg" width="225" height="373" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="center">
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